Foda sucht elf Spieler, Stevens stellt die Systemfrage

Wenn Salzburg morgen Sturm trifft, ist der Aufstieg vorrangig, alles andere gewohnt primär. Gilt übrigens auch umgekehrt, auch Foda täte den Cup ganz gerne gewinnen. Ebenfalls vereint der Ärger über den Termin, den Fan hingegen freut es.

Morgen frühnachts beziehungsweise spätabends beginnt der heimische Fußball wieder aktiv zu existieren. Noch Tage bevor andere um die Stiegl-Trophäe kämpfen und ein bisserl bevor wieder Tipp3 gespielt wird, geben sich Sturm Graz und Red Bull Salzburg die Ehre. Beide Mannschaften verhielten sich am Basar durchaus vornehm zurückhaltend, Hauptaugenmerk legten beide Teams auf die Verstärkung der unmittelbaren Offensive. Sturm holte auf ausdrücklichen Wunsch von Foda einen großen Spieler, Roman Kienast, Salzburg brachte den 1,78 Meter kleinen Wallner vom Linzer Weg ab. Beide verdienen es zu spielen, müssen dazu aber erst integriert werden.

Kienast bzw. Wallner wollen gute Systeme bereichern
Franco Foda werde eine Wahl zwischen Haas, Kienast und Hassler zu treffen haben und diese nicht willkürlich, aber kurzfristig und je nach Gegner treffen. Da der Sturm-Trainer jedoch als ausgesprochener Fanatiker grosgewachsener Angreifer gilt, dürfte Kienast wohl ein Leiberl haben. Diesem erweise sich, und das müsse man bedenken, allerdings seine zwangsbeglückte Fußball-Pause seit November nachteilig. Dafür könne er nichts, sein spielerisches Potenzial (selbiges habe übrigens auch Rückkehrer Salmutter) sei unbestritten, das hätte er auch, aber nicht nur, bei der EURO daheim bewiesen.
In Salzburg sind die Sturm-Reihen kaum so dick besetzt, wie in Graz, was aber auch nicht zwingend nötig ist, da hier Stevens werkt und pflegt, einem einzigen Stürmer pro Spiel das Vertrauen zu schenken. Neben Zickler hat er da noch Janko, seit Winter auch Wallner. Dieser muss aber erstmal seinen Platz im Erfolgssystem finden oder sollte es ihm gelingen, gar ein Neues definieren. Großen Umschwung sollte man sich aber nicht erwarten, Stevens liebt Kontiuität, das bekräftigte er erst gestern: Zwecks Vertrauensbeweis aber freilich auch weil er sich hier wohl fühle, verlängerte er gestern seinen Vertrag um ein weiteres Jahr. Der Kontrakt mit Salzburg ist nunmehr bis 2012 gültig.
Und da Stevens erwiesenermaßen nicht auf Umbrüche steht, wird es ihm vermutlich schmerzen, das Erfolgssystem der Hinrunde abzuändern. Doch auch er hat eingesehen, dass das 4-5-1 in momentaner Form für Gegner wie beispielsweise Kapfenberger recht untauglich ist. Mit Wallner erwartet man sich neue spielerische Akzente, aber vor Allem Laufarbeit. Das ist es, was Wallner so wandlungsfähig macht. Man kann ihn sich gut hinter oder neben Marc Janko vorstellen, aber auch in einem 4-2-3-1 fände er vermutlich gut Platz. Nur als alleiniger Stürmer ist er in meinen Augen undenkbar. Mit seiner geringen Körpergröße wäre es ihm sehr schwer möglich, hohe Bälle zu erreichen und dementsprechend prallen zu lassen. Janko hat sich von seiner Sprunggelenksverletzung zwar bereits weitesgehend erholt, wird aber wohl kein Risiko eingehen. Seine Vertretung könnte Alexander Zickler sein.

Gemeinsamer Unmut und unmögliche Prognose
Die Cheftrainer beider Teams zeigten sich nicht unbedingt angetan von der Vorverlegung der Partie, wollten dies aber einstimmig so hinnehmen. Stevens ärgerte vor Allem die Unart des Verbandes, die Öffentlichkeit noch vor ihm zu informieren, “kein Wunder dass der Cup in Österreich nur eine untergeordnete Rolle spiel”. Ein Gutes hat die Verlegung aber: Der Fußball-Entzug für manch fanatischen Österreicher wurde um satte 3 Tage verkürzt.
Eine Prognose für die morgige Partie möchte ich nicht abgeben, da die Form der beiden Mannschaften kaum einsehbar ist. Diese Ansicht teilt übrigens auch Huub Stevens: “Die Partie kommt für uns nicht zu früh, wir wissen allerdings noch nicht wo wir stehen.”
Hoffentlich dann Morgen.

Artikel stammt vom: 9. Februar 2010 – 20:13 Uhr

[KOMMENTAR] Vermeintliche Todesgruppe: Immer wieder Österreich

Die KRONE verhätschelt das Hirn des Lesers, regt es selten zum Nachdenken an. Soweit wenig verwunderlich, der populistische Artikel bezüglich der gestrigen Auslosung war absehbar. Dass die breite Masse selber Meinung ist, Österreich mal wieder in einer Horrorgruppe sieht, verwundert, ist schade.

Das Klischee vom immer, immer wieder melancholischen Österreicher
Österreich ist arm, vermeintlich zumindest. Quasi jedesmal wenn gelost wird, ist im Nachhinein gewiss, dass Österreich mal wieder ein Horrorlos gezogen worden wäre. Freilich auch gestern wieder, es hätte nicht schlimmer kommen können, so will Boulevard, so wollen Pseudo-Fußballexperten wissen. Mit Deutschland hätte man das Schlimmstmögliche aufgetischt bekommen, Türkei sei das Maß aller Dinge – den Topf2 betreffend. Dazu kämen noch die äußerst unannehmlichen Reisestrapatzen in den Osten Europas, Kasachstan oder Aserbaidschan hätte man ganz gerne vermieden.
Liest man heute außerhalb des relativ raren Qualitätsjournalismus Zeitung oder steht man bloß gewöhnlich auf der Straße, spricht dort eventuell beiläufig die Auslosung an, fällt es Einem leicht das Klischee des melancholischen Österreichers für wahr zu halten. Während sich das Geschreibsel der Medien wohl auf dem Nicht-Angriffs-Pakt mit Constantini gründet, ist es doch verwunderlich, dass manch eingesessener Sportfanatiker von Traurigem, beinahe Unlösbarem spricht. Entweder, der Österreicher badet tatsächlich nur allzu gerne im Selbstmitleid, oder die Massenmedien haben ihre Wirkung schlicht und ergreifend nicht verfehlt.

Zugegeben haben all jene recht die von Unlösbaren sprechen, nur eben aus falschen Motiven heraus begründet. Nicht das Los, sondern der Lenker ist das, was von einer möglichen Qualifikation abhält. Mit Deutschland, der Türkei, Belgien, Kasachstan und Aserbaidschan hat Österreich in meinen Augen eine moderat schwierige Gruppe zugeteilt bekommen. Meinen Standpunkt versuche ich anhand einiger – hoffentlich einleuchtender – Beispiele zu begründen

  • Rang und Namen
    Bevor ich mich der momentanen Form, den Beziehungen zu Österreich, sämtlich zu berücksichtigen Themen widme, sei hier einfach mal an den puren Namen unserer Gegner gedacht. Mit Lieblingsfeind Deutschland bekommt es Österreich gewiss mit einem nahezu unbezwingbaren Gegner zu tun, der Weltranglisten-Sechste ist Kopf der Gruppe und wird dies wohl bleiben. Mit der Türkei bekam Österreich aus dem zweiten Lostopf einen guten, aber nicht überragenden Gegner. Seit der WM2002 ging es leicht bergab, das Auftrumpfen bei der EURO kann man nach der verpatzten WM-Quali wohl als letztes Ausrufezeichen behandeln.
    Belgien genoss einen äußerst guten Ruf, glitt zuletzt in tiefere Regionen ab. Doch der Ruf den sie heute haben, tut ihnen eindeutig Unrecht. Mit Talenten wie Defour und gestandenen Spielern wie van Buyten war Belgien vermutlich der schwerste Gegner aus Topf4. Topf5 und 6 brachten Aserbaidschan beziehungsweise Kasachstan – allesamt durschnittliche Schüler ihres Jahrganges, keinesfalls Klassenbeste.
  • Konkrete Siegchancen
    Wie bereits erwähnt sind die Deutschen einer der Top-Favoriten für sämtliche Groß-Events. Zwar gingen zuletzt die Wogen hoch, mit Löw verfügt man jedoch über einen Trainer, der Klinsmanns Philosophie weiterführt und über Kompetenz zu verfügen scheint. Es kommt den Österreichern zugute, dass die Deutschen wesentlich weniger zu verlieren haben als der oft verspottete Nachbar, trotzdem sind hier die Aussichten auf Punkte sehr gering. Trotzdem, Hand aufs Herz: Welcher der möglichen Topf1-Gruppengegner hätte Österreich denn besser zu Gesicht gestanden? Vermutlich nicht besonders viele.
    Gegen die Türkei wird es rein vom gesellschaftlichen Aspekt her zu einer feurigen Partie kommen. Die Emotionen rund um diese Partie sollten aber eher lokale Gruppierungen betreffen, als die Spieler am Fußballplatz. Daher kann man sich aufs Wesentliche konzentrieren, beispielsweise auf den Teamchef, wo die Türkei momentan keinen hat. Nichts desto trotz verfügen die Türken über einen enormen Einsatzwillen und gute Techniker, stellt man den Anspruch sich qualifzieren zu wollen, müssen solche Gegner geschlagen werden. Vermeintliche Horrorgruppe hin oder her. Übrigens: Wieder Blick in die Lostöpfe, wieder Hand aufs Herz: Welcher Zweittöpfler fiele uns leichter? Bestenfalls die Griechen. Außerdem – und das ist nicht unerheblich – stehen die Türken im Ruf gegen schwächere Gegner überheblich aufzutreten und oft Punkte liegen zu lassen.
    Zu Belgien muss nicht viel weiteres gesagt sein, außer dass hier ein Teamchef mit Namen am Werk ist, Dick Advocaat. Mit ihm, der vorhanden Mischung aus Jung und Alt, sind die Belgier defnitiv die beste Mannschaft aus Topf4.
    Und Topf5, Topf6? Man berührt weder San Marino (leider), noch die Färöer (zum Glück). Es hätte uns durchaus schlechter treffen können, weder Kasachstan noch Aserbaidschan verfügen über herrausragende Charaktere oder ein prickelndes Kollektiv. Und mal wieder mit den Fingern gen Blutpumpe gegriffen: Ist das Argument der Reisestrapazen nicht eine billige Geschichte? Verhandelt der ÖFB in zwei Wochen in Frankfurt geschickt, verlegt man die Spiele gegen Kasachstan und Aserbaidschan eng aneinander. Außerdem gibt es kaum Gruppen, die vor großer geografischer Distanz untereinander verschont blieben.
  • Andere Gruppen zum Vergleich
    “Hilfe! Wir sind in der Todesgruppe”, titelte Christian Russegger selbstsicher. Wieso er mal wieder daneben liegt – Ein Vergleich:
    Gruppe C: Italien – Serbien – Nordirland – Slowenien – Estland – Färöer Inseln (Würdet ihr gerne Österreich mit Nordirland tauschen sehen?)
    Gruppe G: England – Schweiz – Bulgarien – Wales – Montenegro (Wäret ihr gerne Bulgarien?)
    Gruppe H: Portugal – Dänemark – Norwegen – Zypern – Island (Portugal, Dänemark, Zypern, Island – Leicher?)
    Alle anderen Gruppen sehe ich in etwa auf selbem Niveau wie die unsrige.

Was bleibt
Das Bruderduell mit Deutschland ist lustig, Topf2 meinte es halbwegs gut mit uns, Topf5 und 6 ersparte uns größere Komplikationen. Einzig Belgien bereitet (mir) Kopfzerbrechen. Vermutlich werden die Spiele gegen Advocaats Elf am Ende die Qualifikationsentscheidenden sein. Sollte es am Ende nicht für die Teilnahme in Polen und der Ukraine reichen, ist das kein Malheur, aber mit ein-hundertprozentiger Sicherheit nicht auf die “Todesgruppe” aus der Auslosung zurückzuführen.

Artikel stammt vom: 8. Februar 2010 – 16:31 Uhr

Austria zieht es in Gruppe A und nach Deutschland

Im Rahmen der Qualifikation für die EM2012 trifft sich Österreich zweimal mit Lieblingsnachbar Deutschland. Ebenso oft finden Paarungen mit der Türkei, Belgien, Kasachstan und Aserbaidschan statt. Es ist gekommen wie es Constantini erwartet hat.

“Es ist gekommen, wie ich es erwartet habe”, antwortete der Teamchef auf die Frage des ORF-Kommentators nach seinem momentanen Gemütszustand. Insofern nämlich, weil er sich einfach nichts ausgemalt habe, das helfe, da wäre man hinterher nicht so enttäuscht. Deutschland sei zweifelsohne eine Weltklassenation, mit der Türkei hätte man einen guten Gegner. Viel mehr wollte Constantini nicht loswerden, außer, dass er das mit der unrealistischen Qualifikation ehrlich so gemeint habe. “Ja, unrealistisch ist es, aber trotzdem muss es das Ziel sein.”

Kurz weilte Prohaska in Erinnerungen an seinen Spitz von Ismir, kurz dachte er an Cordoba. Als er begann zu analysieren, meinte er, Österreich hätte eine starke, aber packbare Gruppe bekommen. Und bei genauerer Betrachtung hat er Recht: Die Deutschen werden Druck spüren. Einerseits sportlichen-, sehr wichtig, andererseits gesellschaftlichen Druck, ebenfalls wichtig. Gegen die Türken werde man Schneckerl zufolge kein einziges Heimspiel haben, ergo noch mehr gefordert sein. Trotzdem sind die Türken ein machbares Los, vor Allem zumal diese momentan trainer- und aufgabenlos sind. Fatih Terim war längste Zeit Teamchef gewesen, für Südafrika konnte man sich nicht qualifizieren.
Aus Topf4 bekam man mit Belgien eine große Nation früherer Tage. Die Erfolge alter Tage wird die momentane Generation wohl kaum erreichen können, trotz der schlechteren Reihung dürfte Belgien aber deutlich über Österreich zu stellen sein. Man denke da nur an Verteidiger Van Buyten, der erst neulich für die Bayern traf, oder an Steven Defour, welcher demnächst mit Standard Lüttich Salzburg trifft. Die großen – nein, eher kleinen – Unbekannten aus Gruppe A sind die Kasachen, gefolgt von der Nationalelf aus Aserbaidschan. Die Akteure beider Länder können vermutlich Fußball spielen, sollten aber machbar sein.

Freilich nur, wenn der Teamchef Außenverteidiger nicht für zu teuer, 6er nich für unersetzbar und Ivanschitz nicht für unnötig hält.

Artikel stammt vom: 7. Februar 2010 – 13:40 Uhr

[ANALYSE] Rapid fehlt Salzburg, Salzburg mangelt es an Rapid

Nächsten Samstag beginnt die österreichische Bundesliga von Neuem. Nicht dass die Punkte weg wären, aber die Karten werden gewissermaßen neu gemischt. Wie bereits Tradition, werden sich Salzburg und Rapid die Meisterschale nicht teilen, sondern einer der beiden wird sie am Ende hochhalten. Wer das Rennen macht und welche Mittel Wem gut zu Gesicht stehen würden

Rapid Wien
Der Rekordmeister aus Wien-Hütteldorf hat die ersten 19 Spielrunden am besten, oder zumindest am effizientesten hinter sich gebracht. 2 Punkte hat man Vorsprung auf den Erzrivalen Salzburg, verdanken tut man dies vor Allem 12 Siegen, welche Ligaspitze bedeuten. 44 Tore in 19 Spielen sind ebenfalls das österreichische Maß aller Dinge, 19 Tore bekommene Tore sind dagegen auch kein schlechter Wert, lediglich ein Tor hat man mehr bekommen als Stevens, bei dem die Null 18mal nicht stand. Überhaupt hat Rapid das beste Torverhältnis der Liga, landet oft Kantersiege.

Doch welches Geheimnis verbirgt sich hinter der beinahe rundum positiven Hinrunde? Zum einen einmal, dass die Hinrunde nicht wirklich beinahe rundum positiv war, der Eindruck täuscht ein wenig. Die Hütteldorfer hatten zu Saisonbeginn zu kämpfen, was aber auch am Jubiläumsspiel mit Liverpool lag, welches das Spiel gegen Sturm Graz nach hinten verschob. Lange dachte man, Rapid hätte Probleme und Salzburg leichtes Spiel.
Mit Fortschritt der Meisterschaft fanden die Grün-Weißen jedoch ihren Rhythmus, bestachen auch (aber nicht nur) mit Kampfgeist. Insbesondere das Flügelspiel viel einem positiv ins Auge. Kavlak, Drazan und Trimmel waren da vor Allem ausschlaggebend, die Drei verfügen jeweils über hervorragende Flankentechnik. Was auffällt ist, dass es sich um durchwegs junge Österreicher handelt, die bei Rapid für den Überraschungsmoment sorgen, von Hofmann freilich abgesehen. Während die arrivierten Leute für die nötige Stabilität sorgen, bringen unbekümmerte Spieler Unausrechenbares. Generell verfügt Rapid vermutlich über die beste Offensivabteilung des Oberhauses.

Tore, wie sie die Grünen besonders gerne erzielen, gibt es nicht wirklich. Was Rapid so gefährlich macht, ist das Unkalkulierbare, die Unbekannte. Kaum ein Tor gleicht dem nächsten, was es dem Gegner natürlich ungemein schwierig gestaltet, sich auf die Offensivbemühungen des Tabellenführers einzustellen.

Red Bull Salzburg
Rapid hat das, was Salzburg fehlt. Salzburg hat jenes, was Rapid abgeht – So könnte man es formulieren. Während die Bullen in der Liga um eben diesen einen Sieg, diese drei Punkte zurückliegen, zeigt man den Rapidlern anderswo, auf europäischer Ebene, wie Fußball gespielt wird. Während in der Meisterschaft Rapid-Tugenden fehlen, fährt man in der Europa-League mit Stevens’ Kurs genau richtig. Dass die heimische Liga jedoch oberste Priorität haben sollte, weiß man aber auch in Salzburg, mit Wallner wurde daher ein Ex-Rapidler geholt, einer der noch heute wie einer spielt.

In der Herbstsaison tat sich Salzburg, weil selbst nicht unbedingt der Erfinder des Toreschießens, gegen defensiv orientierte Teams oft sehr schwer, eine Mauer blieb meist eine Mauer, hüben wie drüben. Die Angriffsbemühungen fielen meist sehr ähnlich aus, eine Aktion glich der anderen. Somit ist es auch bedeutend einfacher ein typisches Salzburg-Tor der Herbstsaison zu finden, ich habe mich für >>dieses<< entschieden.
Durchaus schön anzusehen, wenn die Bullen ins Kombinieren kommen, leider aber oft zu offensichtlich. Abhilfe schaffen soll ab nun Roman Wallner, der die einzige Neuverpflichtung im Winter darstellt. Von ihm erwartet sich Stevens einiges, will ihn nicht zum Ivanschitz machen. Auch für Wallner findet sich ein typisches Tor, im folgenden Video sind sämtliche Tugenden verankert -> Klick mich.
Wallner setzt den Verteidiger (Burgstaller) unter Druck, dieser ist durch den heranstürmenden Wallner irritiert, fabriziert einen ungenauen Pass, welchen Prager abfangen kann. Wallner beweist seinen Torinstinkt, bedeckt den freien Raum, bekommt das Runde, drischt es mit einem strammen Schuss ins Eckige.

Wer macht’s?
Schwer zu sagen. Sollte Salzburg die Europa-League noch weiter rocken, könnte sich dies auf die konditionelle Verfassung der Spieler auswirken. Da der Kader jedoch sehr breit gefächert und auch individuell eindeutig besser besetzt ist, als jener der Rapidler, tippe ich Salzburg zum Meister. Was aber natürlich kein verbindlicher Ratschlag sein soll, denn es gilt abzuwarten wer sich mehr vom Anderen abschauen kann. Immerhin fehlt Rapid Salzburg und Salzburg mangelt es im Gegenzug an Rapid.

Artikel stammt vom: 7. Februar 2010 – 10:50 Uhr

[ANALYSE] Unantastbarkeit, die vor Wünschen bewahrt

Constantini reist wunsch- und vermutlich konzeptlos nach Warschau, will sich dort überraschen lassen. Eine Qualifkation für die EM ist für ihn ein Wunsch, ein Traum, aber “unrealistisch”

Wenn am Sonntag Platini zur Auslosung für die EM2012 in Polen und der Ukraine lädt, wird auch Constantini dabei sein. Nicht ungebeten, aber wunschlos. Was er tun könne, hätte er bereits getan, aus Quali-Topf Drei gezogen zu werden, erleichtere die Qualifikation – “Auch wenn’s unrealistisch ist”.
Die Auslosung könnte eine Teilnahme möglicher machen, unterliege aber höheren Gewalten. Daher wolle er sich nichts wünschen.
Wenn sich manch einer schon eine Wunsch-Gruppe zurecht legt, gefiele ihm das (“Schön wenn sich die Leute dafür interessieren.”), selbst beteiligen wolle er sich deswegen aber noch lange nicht an Spekulationen.

Wir, der Traum eines jeden Anderen
Österreich hat also keine Wunschgruppe, das erleichtert, da es somit auch kein Horror-Los gibt. Ein solches wäre Österreich für andere gewiss nicht. “So realistisch muss man sein, aus Topf3 wünscht sich jeder uns”, gab Constantini zu Protokoll. Und wenn er von einem Uns spricht, meint er freilich die österreichische Nationalmannschaft. Diese Länderauswahl, die sich in seiner Ära vom fünften, dem letzten, in den dritten Topf vorgearbeitet hat. Als “zweifelsohne ein gutes Zeichen” interpretierte der Teamchef das.
Zugegeben sei nicht alles rosig, was rot-weiß-rot glänze. “Fehler habe ich gemacht, Fehler haben wir gemacht”, gab er zu.

Andreas Ivanschitz, fast auf Lebzeiten Nationalspieler, spielt unter dem Tiroler keine Rolle mehr, mit Sturheit hätte dies aber nichts zu tun. Wünscht man am Ende der Qualifkation ein positives Resümee, welches zweifellos nur die erste selbstständig erworbene Teilnahme in Österreichs Fußballgeschichte wäre, ziehen wird man aber einen Ivanschitz gebrauchen. Auch wenn dieser zuletzt Schwierigkeiten hatte, an die Leistungen der Hinrunde anzuknüpfen, benötigt ein Land wie Österreich die spielerischen Qualitäten des Mainzers. Insbesondere das Auswärtsspiel gegen die Rumänen dürfte dies eigentlich bewiesen haben, eine Doppel-Sechs verhindert Tore, hüben wie drüben.
Der Teamchef selbst hielt sich vorerst bedeckt, wolle sich da bis zum 3. März (Bekanntgabe des Kaders gegen die Dänen, Anm.) Zeit gewähren.

Relativ fixe Exklusivität
Ziemlich wahrscheinlich, dass Österreich als wohl einziges europäisches Team auf Außenverteidiger verzichten wird, selbst auf den Färöern kennt und schätzt man die. Das 1:5 gegen die Spanier hätte aber bewiesen, dass Österreich sich solche nicht leisten könne. Außerdem, so meint der Teamchef, gibt es bei uns, und wieder meint er Österreich, Spieler die von offensiven Außenverteidigern sprächen, in ungemein vielen Länderspielen aber nicht eine Vorlage beigesteuert hätten. Constantini: “Leicht abzuschätzen, welche Variante daher die richtige Variante ist!”
Sonderbar, da Constantini zuweilen auf große Stürmer vertraut, es kann durchaus vorkommen, dass mal ein Janko, mal ein Maierhofer und mal Beide in Einem stürmen. Solche Spielertypen fordern gefüttert zu werden, seitwärts wenn möglich. Freilich besitzt Österreich Spieler die das können, Jakob Jantscher von links ist da ebenso gut wie Andreas Hölzl von rechts. Von internationaler Klasse, von außerordentlichem Durchsetzungsvermögen, kann bei Beiden aber keine Rede sein. Deswegen täte ihnen Unterstützung von Hinten mehr als gut, ob Emanuel Pogatetz (Middlesbrough, zweitklassig) oder Paul Scharner (im Verein mal Innenverteidiger, mal Abräumer, mal Spielgestalter, bei Didi seit Spanien äußerster Innenverteidiger) dazu imstande sind, darf man bei allem Respekt aber anzweifeln.

Trotz aller offensichtlichen menschlichen Unzulänglichkeiten, trotz teilweise unnachvollziehbarer Personalentscheidungen, muss man Constantini allerdings zugestehen, dass er zumindest kurzfristig für Erfolg und mittelfristig für einen Stamm gesorgt habe. Kurzfristiger Erfolg meint zum Beispiel vier Punkte gegen (zugegeben taumelnde) Rumänen. Langfristige Verbesserung ist, fehlendem Konzept sei Dank, nicht wirklich absehbar, aber das ist Lesen im Kaffeesud und unzulänglich. Viel greifbarer sind da die Jünger, die der Teamchef um sich gesammelt hat. Alle die er nicht für seinen Weg erlesen hatte wurden teilweise übelst demontiert (Ivanschitz, Manninger, Garics, …), so konnte er aber mit jenen an denen ihm etwas liegt, verhältnismäßig befreit arbeiten.

Hypothetisches
Welche Gegner und welches Konzept der dseitlhuber – sportblog dem österreichischen Nationalteam wünscht:

Topf1: England
Topf2: Griechenland
Topf3: ÖSTERREICH
Topf4: Zypern
Topf5: Kasachstan
Topf6: Malta

ÖSTERREICH gg England
Aus Topf1 wünsche ich unserem Nationalteam England. Die Engländer sind zwar Ranking und Namen zufolge nach ein übermächtiger Gegner, konnten zuletzt aber nie an alte Tage anknüpfen. Engländer wären für uns garantiert leichter zu bespielen als etwa Kroaten, die flink und überraschend sind. Außerdem wäre Constantinis ‘Taktik’ für die Insulaner geeignet, man könnte sich einen Punkt ermauern.

ÖSTERREICH gg Griechenland
Otto Rehagel mag ein guter Trainer sein, hat jedoch mit Spielerischem wenig am Hut. Sein revolutionäres 3-5-2 brachte den Griechen die Europameisterschaft, heute kennt das jeder, kaum einer fällt noch darauf rein – Griechenland ist nicht mehr fähig, schwächere Gegner zu dominieren, der Name verspricht von den Südeuropäern zu viel. Sollte Österreich die Griechen bekommen, wäre ich für einen Sturm mit Roman Wallner und Marc Janko. Im defensiven Mittelfeld könnten Baumgartlinger und Pehlivan den schnellen Griechen entgegenwirken, die Außenverteidiger (!) müssten Druck erzeugen und Janko füttern, Wallner betreibt Laufarbeit und lässt sich oft bis ins Mittelfeld zurückfallen.

ÖSTERREICH gg Zypern
Topf4 Viers namentlich einfachster und wohl auch leichtest zu bespielender Vertreter ist Zypern. Janko und Arnautovic könnten im Sturm für Größe sorgen, letzterer ist außerdem technisch beschlagen und relativ schnell zu Fuß. Spätestens jetzt bräuchte man einen Andreas Ivanschitz oder zumindest einen Christoph Leitgeb, eine spielerische Kraft im Zentrum. Moderne Außenverteidiger wären natürlich unverzichtbar.

ÖSTERREICH gg Kasachstan
Kasachstan wäre leicht, aber nicht zu leicht. Um beurteilen zu können, welches Spielsystem die Kasachen erfordern, müsste ich sie besser kennen, tue dies aber nicht.

ÖSTERREICH gg Malta
Aus Topf6 gibt es beinahe nur schwierige Los, zumindest wenn wir bis dahin noch immer Constantini auf der Bank sitzen haben. Man bräuchte Mut zum Risiko, müsste sich von 6ern und etlichen anderen Vorstellungen trennen. Ein Spiel gegen Gegner wie diese ohne einen Mittelfeld-Motor zu gewinnen, ist ohne einen Patzen Glück kaum möglich.

Morgen wird ausgelost. Didi schaut zu, freut sich drauf. Immerhin will er sich qualifzieren. “Auch wenn’s unrealistisch ist!”

Artikel stammt vom: 6. Februar 2010 – 14:10 Uhr

Janko läuft, Tchoyi läuft, es läuft nicht

Marc Janko ist angeschlagen, Somen Tchoyi gewährte sich selbst Sonderurlaub vom Afrika-Cup – aus unterschiedlichen Gründen absolvieren beide momentan ein Lauftraining. Paradoxerweise will es beim Meister trotzdem nicht wirklich laufen.

Nach einer guten, fast furiosen, Herbstsaison in die Gänge zu kommen, ist selten leicht, meist gar fast unmöglich. Beendet man eine Saison im Jubel, beginnt man die nächste nur allzu oft ganz anders. Davon kann zum Beispiel ein Marc Janko ein Lied trällern. War er nach 20 Runden noch eindeutig auf Kurs den Krankl-Rekord zu brechen und den Golden Schuh zu holen, wurde schlussendlich aus beidem nichts, in der Rückrunde fiel ihm das Treffen merklich schwerer.
Seinem momentanen Arbeitgeber, Red Bull Salzburg, scheint es momentan recht ähnlich zu ergehen, aus 4 Vorbereitungsspielen konnte man kein einziges siegreich verlassen.
Obwohl: So herrausragend hatten die Bullen die Hinrunde doch gar nicht verlassen. Man bedenke die matten Darbietungen gegen Sturm oder gegen Kärnten. Trotzdem, alles in allem war Stevens’ erste Halbsaison das, was man gut nennen kann. Und daher anfällig, im zweiten Durchgang abzusacken, zu sinken in ein Mittelmaß.

Es wäre freilich unangebracht, schon jetzt eine Krise an die Wand zu malen, jetzt wo weder die Europa-League, der Cup oder die heimische Liga begonnen haben. Man muss sich Zeit lassen mit Schlüssen, diese könnten oft voreilig und unbedacht ausfallen. Nichts desto trotz macht man sich als Anhänger und wohl auch als neutraler Beobachter so seine Gedanken, wenn der amtierende österreichische Meister, der Klassenbeste im Zweig Euro-League, gegen Dynamo Budweis erst 1:3 zurückliegen muss, ehe er beginnt aufzuwachen und schlussendlich den Ausgleich schafft.

Freilich ist die fehlende Durchschlagskraft erklärlich, berechenbar. Bereits zu Saisonbeginn hatte sich ähnliches zugetragen: Das Spielsystem der Salzburger war noch nicht ausgereift, Spieler A kannte Spielers B’s Laufwege nicht, C hatte keine Ahnung dass es A überhaupt gibt. Es folgten schwache Spiele, wie etwa jenes in Dublin, als man bis zur 86. Minute warten musste, den Aufstieg gegen eine irische Mannschaft zu erreichen. Später, als das System gefunden war, lief es gut, man gewann die Europa-League-Gruppenphase mehr als souverän.
In einer ähnlichen Phase, in einem Umbruch, scheint sich Stevens’ Mannschaft momentan zu befinden. Es gilt Wallner zu integrieren und keinen der elf Erfolgsspieler zu entfernen – mathematisch schwierig. Vermutlich wird man in einigen Ligaspielen auf den provisorischen 6er hinter Leitgeb und Pokrivac verzichten und stattdessen Wallner, mehr oder minder hängend aufbieten. Ganz sicher zu sein, scheint sich Stevens noch nicht, zumal er zuletzt einige von Grund auf verschiedene Spielsysteme spielen ließ. Im vierten und letzten Testspiel probierte er ein 4-4-2 (Wallner mehr oder minder hängend), was am wahrscheinlichsten erscheint.

Zeit für Veränderung sollte jedem gewährt werden, auch dem Liga-Krösus. Doch bereits am 10. Februar steht gegen Sturm Graz im Rahmen des ÖFB-Cups ein äußerst wichtiges wie schweres Auswärtsspiel auf dem Plan. Stevens erklärte, den Cup unbedingt holen zu wollen, somit muss dieses Spiel gewonnen werden.
Schlecht, dass gerade jetzt zwei Väter des Salzburger Erfolges aus jeweils unterschiedlichen Gründen untauglich sind. Marc Janko plagt sein Sprunggelenk, er könnte fit werden. Somen Tchoyi hingegen wird im Cup wohl ganz sicher nicht auflaufen. Der Kameruner zeigte sich zum wiederholten Male von seiner düsteren Seite, gewährte sich Zusatzurlaub nach dem Afrika-Cup – ohne Rücksprache mit dem Verein. Deshalb beorderte Stevens Tchoyi zum Lauftraining, selbiges absolviert derzeit übrigens auch Janko.
Sollten beide Garanten, und davon ist durchaus auszugehen, nicht zum Einsatz kommen (können), steht Stevens vor einer ersten Hürde. Louis Clemens Ngwat-Mahop ist momentan noch mehr rekonvaleszent als fit, Wallner als Solo-Spitze ergebe keinen Sinn, Rakic wurde verständlicherweise in die Heimat geschickt.

Doch man sehe die Welt von Red Bull nicht zu trüb. Stevens hat bereits bewiesen, dass mit Engagement, Wille und der nötigen taktischen Einstellung manch Schwächephase überstanden werden kann. Wallners Engagement in Salzburg wird übrigens von einem guten Stern überwacht: Sein fußballerisches Comeback beim LASK wurde von einer halben Gesichtsmaske begleitet, auch die nächsten Spiele im Dress der Salzburger wird er mit Nasenschutz zu absolvieren haben, einem Naseneinriss gegen die Grashüpfer sei Dank.

Artikel stammt vom: 5. Februar 2010 – 21:20 Uhr

Kraft da, Vertrauen weg

Helmut Kraft folgt Matthias Hamann, verfolgt andere Philosophie. Reichel wollte das so, ist mit sich und den Aussichten zufrieden

So je und komisch seine Ära unter Stronach zu Ende ging, so rasch darf Helmut Kraft wieder arbeiten. Nachdem Stronach nicht von diesen und auch nicht von jenen Handlungen Krafts angetan war, entließ er ihn, recht unerwartet, zumal MAGNA zu diesem Zeitpunkt auf dem passablen sechsten Tabellenrang gelegen war.

Hamanns Entlassung war da schon absehbarer. Rang 8 ist kein Abstiegsplatz, aber auch kein Platz 6, eine öffentliche Vereinskritik nicht unbedingt für jedermann wünschenswert. Torfabrik der Liga ist man gerne, dem Gegner aber beim Tore schießen kooperativ gegenüber zu stehen, tut freilich weh. Außerdem hätte es ein Saufgelage gegeben, Zustimmung oder gar Einwirken Hamanns laut Reichel möglich. KRONE-Recherchen überführten immerhin bereits den Assistenztrainer, der wäre der Hotel-Security betrunken zur Last gefallen. Deswegen, und vermutlich fiel noch mehr vor, gibt es in Linz keinen Hamann mehr, höchstens noch in den Geschichtsbüchern oder den Herzen der Linz-Anhänger.

Helmut Kraft tritt ein schweres Erbe an, beim LASK muss man viel tun um geschätzt, aber sehr wenig tun um entlassen zu werden. Bei Ried wirkte Kraft durchaus positiv, mit Wacker Innsbruck stieg er ab. Kraft gilt als Meister des Mitteldings, er baut auf junge Talente (in Neustadt machte er zuletzt Patrick Wolf groß), ist routinierten Spielern aber nicht abgeneigt. Weiters bevorzugt er inländische Gewächse, ihm, dem Präsidenten, sei das wichtig. Insofern dürfte Reichel ausnahmsweise richtig gelegen sein.

Aber auch mit einem guten Trainer und einer dementsprechend gesunden Mischung wird es schwer, den LASK in höhere Regionen zu hieven. Der Präsident wünscht sich mehr Punkte,  verkaufte jedoch Wallner. Um den Traditionsklub, dem zuletzt die Philosophie zu fehlen schien aus dem hinteren Tabellendrittel zu führen, benötigt Kraft in jedem Fall ein Konzept. Dass ein Polster oder ein Reichel dieses zu tragen oder gar bauen imstande sind, darf Kraft nicht erwarten, er wird den Weg allein zu gehen haben. Wohin dieser führt ist noch nicht abzuschätzen, den Führenden der Torjägerliste, einen passablen Trainer und somit das Vertrauen der Fans abzugeben und im Gegenzug Besserung zu erfahren, wird aber selbst in der skurrilen Welt der Kulturhauptstadt mehr als schwierig.

Artikel stammt vom: 5. Februar 2010 – 12:57 Uhr

Offener Brief @ Peter-Michael Reichel

Peter-Michael Reichel ist LASK-Präsident, das tue er gerne, 24 Stunden am Tag, will zumindest Polster wissen. Mit Hamann hatte er großes vor, wollte mittelfristig die Besten ärgern. Jetzt ist Hamann weg, Reichel wollte es so.

Geschätzter Präsident Reichel,

Noch vor Monaten hatten Sie im ‘Sport am Sonntag’ erklärt, dass Sie Hamann gern hätten, als Trainer und auch als Mensch. Hamann verkündete, dass man nun auf einem Weg sei, der langfristig gesehen der Beste wäre und kurzfristig immerhin nicht der Schlechteste. Dem stimmten Sie zu, da war die Linzer Welt noch in Ordnung. Dann durfte Hamann nicht mehr Sportdirektor sein, Polster kam, Sie entwickelten sich immer mehr zum “Alleinherrscher”. Dies attestierte Ihnen auch Hamann, leicht irritiert mittlerweile.

Ausschlaggebend für Hamanns Entmachtung auf Raten dürften neben sportlichen- wohl auch persönliche Gründe gewesen sein. Denn nicht nur, dass der LASK derweilen auf Rang 8 abgerutscht war, der Trainer meldete sich auch immer öfter zu Wort – oft medial, das mögen Sie nicht.
Verständlich, immerhin erklärte er Sie zum Alleinherrscher, sogar quasi als unmündig sportliche Bereiche betreffend. Einen Aufhauser zu holen, wäre inkompetent gewesen, Wallner nicht zu ersetzen ohnehin.

Hamanns  Entrüstung sollte schließlich zu seinem Grab werden. Sie bezichtigten Hamann des Nicht-Vertrauens in seine Spieler, er wolle den jungen, wie österreichischen Weg nicht mehr mitgehen. Nie hatte Hamann dies getan, er hatte nur davon gesprochen, dass “Wallner 1a Priorität” hatte, diese nicht erfüllt wurde. Von mangeldem Vertrauen in seine Spielern hatte Hamann nie gesprochen, Sie aber wollten es so verstanden haben.

Viel wichtiger, und das schien sich tatsächlich zugetragen zu haben, schien Ihnen, so erzählen Sie zumindest, ein Saufgelage in Belek gewesen sein. Es entstand Sachschaden, der Trainer gab angeblich die Erlaubnis dazu, war eventuell selbst dabei. Die Hotel-Security könne das bestätigen, die hätten zu tun gehabt. Hamann selbst wollte weder Vorwürfe noch Rausschmiss kommentieren.
Jedenfalls ist Matthias Hamann nicht länger LASK-Trainer. Der Nachfolger, manche munkeln einen Jara nach Linz, wird somit der fünfte Coach innerhalb ziemlich weniger Montate sein. Zuletzt sprachen Sie noch oft von Kontinuität, welche mittlerweile eingekehrt sei, davon ist leider nichts spüren. Seit dem 27. Oktober 2008 haben in Linz, jeweils unter Ihren Argusaugen, Panadic, Lindenberger, Krankl und Hamann trainiert, großteils mehr oder minder erfolglos. Ein Krankl war da noch der Einzige dem Sie ein Schmähbruder waren, der wenn es nach Ihnen ginge hätte bleiben dürfen, er wollte nicht. Die anderen waren teils (Panadic, Lindenberger) tatsächlich ligauntauglich, andere (Hamann) hätten sich mehr Respekt gewünscht und diesen auch verdient. Der LASK beeindruckte mit sehenswertem Offensivfußball, mit dem Abstieg hatte man kaum etwas zu tun, Ihnen wurde gedankt, Hamann geholt zu haben. Jetzt ist Hamann weg, Ihnen war er vermutlich zu einflussreich, und Ihr Ruf in Linz liegt beinahe am Gefrierpunkt.
Einige Anhänger kündigten via Internet-Foren sogar Proteste, Pro-Hamann- und Anti-Reichel-Chöre an. Ob Sie Ihre Entscheidung dann bereuen werden? Wohl kaum, seit Sie vor gut 9 Jahren das Amt des Präsidenten übernommen haben, scheinen Sie nichts gelernt zu haben. Der LASK ist heute genauso konzeptlos wie gestern und vor 10 Jahren, das müssen Sie sich gefallen lassen. Und ob da ausgerechnet ein Toni Polster aushelfen kann, darf – gelinde gesagt – in Frage gestellt werden.

Übrigens: Als einen der Gründe für Hamanns Ablöse sahen Sie außerdem dessen fehlenden Weitblick, seine Weigerung junge Spieler zu integrieren. Sollte dies tatsächlich so sein, hätten Sie Recht – junge Spieler sind wichtig.
Jetzt pocht aber Jara an der Tür, was seltsam ist, da besagter als Verfechter routinierter Spieler gilt.

Auf dass bessere Zeiten kommen mögen
Dominik Seitlhuber

Artikel stammt vom: 4. Februar 2010 – 14:32 Uhr

Bessere Feeds, neues Bild

Werte Leser,

der dseitlhuber – sportblog versucht täglich ein Stückchen besser zu werden. Um meinen Lesern noch mehr Komfort zu verschaffen, habe ich heute das RSS-Feed überarbeitet und ein ATOM-Feed ins Leben gerufen.
Das alte RSS-Feed, welches ihr womöglich abonniert habt, wird es in 30 Tagen nicht mehr geben.
Die neuen Adressen sind
-) RSS: http://feeds.feedburner.com/sportblog_rss
-) ATOM: http://feeds.feedburner.com/sportblog_atom

Weiters wurde die rechte Sidebar ein wenig überarbeitet.
In den letzten Tagen wurden außerdem mehrere Sparten ins Leben gerufen, unter Anderem wird es künftig einige Spielerportraits und noch mehr offene Briefe geben. Weiters versuche ich euch durch Transfer- und Spieleranalysen, sowie die Durchleuchtung von sportlicher Lektüre zu bilden.

Außerdem besitzt der dseitlhuber – sportblog seit neuestem ein eigenes Logo, welches für die Feeds benötigt wurde und wird.
Link: http://s10b.directupload.net/images/100204/tqb3i98m.png

Ich hoffe, ihr haltet meinem Blog auch in Zukunft die Treue.
Mit sportlichen Grüßen
dseitlhuber

Hamann war LASK-Trainer, ist arbeitlos

Peter-Michael Reichel gibt Matthias Hamann den Laufpass, der LASK ist nunmehr trainer-, Hamann arbeitslos

Reichel hatte einen Plan, Hamann nie vor zu gehen
Zur Neige der Herbstsaison noch, hatte LASK-Präsident Reichel verlautbart, mit Hamann Großes vorzuhaben, Hamann führte Gleiches im Schilde, nur umgekehrt. Mit Offensivfußball und Engagement war das Ziel, den LASK bald zum Meisterschaftsanwärter zu machen. Noch vor Beginn der Transferzeit, nur wenige Wochen nach der Einigkeit, wurde Hamann seines Sportdirektor-Amts beraubt. Polster sollte folgen, folgte anderorts. Der Posten blieb frei, der Präsident höchstpersönlich hatte einzurücken. Polster durfte assistierend mitreden.

Dies mochte Hamann nicht, der Offensiv-Fanatiker zeigte sich irritiert. Als vor wenigen Tagen Wallner abgeben und bis zum Ablauf der Transferperiode nicht ersetzt wurde, meldete er sich wieder. Angeprangert wurde natürlich das unnötige Verschwinden seines Top-Torjägers und das unnötige Erscheinen von Rene Aufhauser. Er habe dem Präsidenten schon im Sommer erzählt, er möchte Aufhauser nicht, zweifle heute aber natürlich dessen Qualitäten nicht an. Es wurde an Stellen gebastelt, die Hamann für ohnehin gut besetzt empfand, stattdessen hätte er sich beispielsweise einen neuen Offensivmann anstatt Wallner gewunschen. “Wir haben nur einen Stürmer von Qualität, nicht auszudenken, wenn Mayrleb was passiert”, merkte er durchaus schlüssig an. Beleidigt hätte ihn außerdem, dass Reichel lieber “Alleinherrscher” spiele, anstatt sich mit ihm abzustimmen.

Raute, die nicht mehr gewünscht wird
Sportlich hatte Hamann immerhin für teilweise Positives gesorgt. Man präsentierte sich als Torfabrik der Liga, hatte aber ebenso Tore zu verschenken. Trotzem zeigte sich der Linzer Anhang angetan von Hamann, man wolle den Weg gehen, auch wenn die Ergebnisse zusehends schlechter wurden.  Die Raute von Hamann schien zu funktionieren, profitiert hatte vor Allem Wallner, der ging.
Spätabends wurde bekannt dass ihm sein Trainer folgte. Nicht nach Salzburg, aber weg vom LASK. Reichel, und das war tief, schoss folgendermaßen:

Mit Bedauern möchten wir festhalten, dass ein Cheftrainer die Qualität der eigenen Spieler öffentlich infrage stellt und nach sieben Monaten noch immer nicht die Möglichkeiten des österreichischen Fußballs und des LASK erkannt hat und sich zu vereinsschädigenden Äußerungen hinreißen lässt.

Hamann weg, Reichel krank
Hamann ist längste Zeit LASK-Trainer gewesen.
Reichel ist übrigens krank, ihn plagt eine Grippe.

Artikel stammt vom: 3. Februar 2010 – 21:06 Uhr

Constantini mimt Einsichtigen, war und ist “wie ein Chef”

Teamchef Didi Constantini möchte Fehler zugeben, aber nicht zu viele. Er akzeptiert, dass es im österreichischen Fußball nur Improvisation geben könne und ein Kader wie er ihn sich wünsche, rein herkunftsmäßig nicht zu stellen wäre

Fehler habe er gemacht. Nicht viele, aber ein paar. Einem Garics hätte er zugetraut erst zu leisten und dann zu reden, Erwin Hoffer sah er nie auf der Tribüne sitzen und von Scharner hätte er weniger Kindskopf und mehr taktische Disziplin erwartet. Ein Constantini, und das überrascht, hat also nicht immer recht.
Bei Ivanschitz freilich schon, der habe lange nicht gespielt, außerdem sehe er sich als quasi Chef einer Firma mit dem Schicksal konfrontiert, etwas verändern zu müssen. “Dafür wurde ich engagiert, die Lage war schlimm.” Erfolg und Perspektive hätten seiner Meinung nach gefehlt.

Taktische Fehler hätte er ja gerne zugegeben, er wäre dazu aber schlicht und ergreifend nicht in der Lage gewesen, Geständnise wie diese “werden einem als Schwäche ausgelegt”. Constantini ist also nicht schwach, wäre es aber gerne geworden. Ob er sich dem Druck der Medien bezüglich einer Einbeorderung von Ivanschitz ergäbe, sei ihm noch nicht klar, er wisse jedoch, dass die Entscheidung am 24. Februar besser zu begründen wäre.

Die letzten Tage verbrachte Constantini mal in Side, mal in Belek. Aber stets in der Türkei, immer nahe der neun Bundesligisten, die dort zu weilen pflegten. Alle Spieler, bis auf jene der Austria, hatte er da unter seinen Fittichen, er sei überhaupt ein Trainer, der seine Hand schützend über Spieler breite. Nur mit großen, wie leeren, Klappen habe er nichts am Hut. Spieler die Lust hätten zu reden, hätten von ihm auch die Erlaubnis dazu, müssten aber vorher Leistung bringen. Leistung, die er bei Garics nicht erkennen konnte, ihn daher anschwärzte. “Der redet von offensiven Verteidigern, hat aber in 23 Länderspielen kein einziges Tor vorbereitet.” Weiters hätte er eine SMS bekommen, welche Garics ihm über seinen Trainer herziehend zukommen hätte ließen – versehentlich.

Für die Auslosung am 7. Februar wünscht er sich keine besondere Mannschaft (Das kann man sowieso nicht beeinflussen!”), freilich eine machbare Gruppe. “Für alle anderen Mannschaften sind wir das Wunschlos aus Topf 3″, wollte er außerdem erwähnt haben. Das Wieso, gab er auch kund: Er wünsche sich, und das dürfe er, einen Kader, wie ihn etwa ein Vincent del Bosque zu Verfügung habe, er könnte dort permanent in Kreisen wie Barcelona wühlen, das gefiele ihm. Nun sei es aber so, dass die fußballerischen Mittel in Österreich verhältnismäßig limitiert seien, er ständig improvisieren müsse. Übrigens: Spaß bereite es ihm keinen, auf beispielsweise einen Korkmaz oder einen Prödl zu verzichten, der eine sei zu oft verletzt, der andere spiele zu wenig.

Zum Abschluss: “Marc Janko ist intelligent.”
Warum? Er stelle sich nicht zwischen ihn und Andreas Ivanschitz.

Artikel stammt vom: 2. Februar 2010 – 20:26 Uhr

Gestatten: Linz, seit heute Wiener

Die erste Ausgabe der Spielerportraits verknüpft Roland Linz’ Wechsel zur Wiener Austria mit dessen sportlichen sowie menschlichen Qualitäten und seinem bisherigen Karriereverlauf.

Spielerportrait

Roland Linz

Roland Linz
Aktuell: FK Austria Wien
Ex: Grashoppers Zürich, u.a. FK Austria Wien
Auf der Welt seit: 09.09.1981
Größe: 185cm
Beruf: Stürmer
Marktwert (laut TM.at): € 1.500.000,-

Karriere
Roland Linz’ Karriere hat in Leoben, beim hierzu ansässigen DSV, begonnen, sich als solche bezeichnen zu dürfen. Nicht, dass Linz in Kindesschuhen noch nicht Fußball gespielt hätte, das tat er sogar gut, im Ausland, das sagt nicht alles aber viel. Sein jugendliches Gastspiel beim TSV 1860 München beendete er 2000, als er sich seinem ursprünglichen Stammverein DSV Leoben widmen wollte. Dort schoss er begeistert und begeisternd Tore, noch heute tut er dies gerne. Mittlerweile, und das soll nicht bedeuten er wäre kein Wandervogel gewesen, bei der Wiener Austria. Die nächste Station waren nämlich eben diese Favoritner. Liest man heute in den Zeitungen, Linz spiele auch jetzt dort, könnte man meinen, er wäre stets eine treue Seele gewesen. Dem war aber nicht so, erst musste erst weggehen und lernen, bevor er zurückkehren durfte. Nachdem er bei den Veilchen zum Polster avancierte, mehr stehen als laufen durfte, aber dazu verpflichtet war Tore zu schießen, kam ein Loch und er zur Admira, leihweise. Nach Ablauf der Leihe war er wieder Veilchen, nicht lange aber, wie sich herausstellen sollte. Jahrs darauf kehrte er dem Verteilerkreis nämlich den Rücken und dem OGC Nizza seine Schokoladenseite zu.
Bei Nizza lief vieles falsch für Linz, freilich nicht alles, aber eben viel. Die damalig vereinbarte Leihe mit Kaufoption wollte Nizza nicht verlängern, Linz war wieder violett. Die Austria trieb das Spielen mit der Leihe weiter, ein Jahr lang gab man ihm Zeit, bei Sturm zu stürmen. Als er wieder violetten Boden betrat, durfte er erst noch ein paar Mal treffen, dann aber trennte man sich endgültig, so dachte man damals, von Roland Linz.
Es folgten mäßige Gastspiele bei Boavista Porto, Sporting Braga, Grashoppers Zürich und zuletzt in der Türkei. Bei Gaziantespor wurde er gegangen, nun war er zu haben, nun ist er wieder Veilchen.

Spielstil
Roland Linz hatte seit jeher Steherqualitäten, vergleichbar beispielsweise mit einem Toni Polster. Diese schätzten Teamchefs sonderbarerweise mehr, Trainer erklärterweise weniger. So kam es, dass Roland Linz nie wirklich sesshaft wurde, sein Wohnzimmer war weder Nizza, noch Zürich. Trotzdem galt Linz lange als Österreichs bester, Stürmer versteht sich. 45 Tore in 125 Bundesliga-Spielen sind auch eine beachtliche Quote, die dies untermauern. Mit 1,85 Metern Körpergröße zählt Linz zu den moderat gewachsenen, er ist keine Stoßspitze, kann köpfeln, aber nicht unbedingt gut. Bei der Austria probiert er womöglich seinen Spielstil fortzusetzen, Daxbacher scheint nichts gegen Polster und Polsters zu haben, Schumacher darf auch oft stehen. Vermutlich wird Roland Linz direkt vor Jun und relativ neben Rubin Okotie argieren – Ein Sturmduo welches Tore verspricht.

Artikel stammt vom: 1. Februar 2010 – 10:46 Uhr

Offener Brief @ Dietmar ‘Didi’ Constantini II

Constantini redet gerne, das mag man. Constantini redet aber viel unverständliches, das ist komisch und muss besprochen werden. Zuletzt hatte der Teamchef wieder den Drang, Garics verbal Haue zu geben, heute bekommt er von mir die verbale Retourkutsche. Constantini ist der erste Sportler, der von mir bereits den zweiten virtuellen Brief zugestellt bekommt. Der folgende Blog-Eintrag behandelt unter anderem Lügen, Nicht-Lügen und Aussichten

Geschätzter Teamchef, lieber Didi,

Vielleicht können Sie sich ja noch an mich erinnern. Ich war es, von dem Sie bereits am 11. November vorigen Jahres Post bekommen haben, mit der Bitte, sich zu ändern. Sie haben geschwiegen, das nennt man Akzeptanz durch Stillschweigen, passiert ist wenig. Sie konnten es sich weiter nicht verkneifen, Ivanschitz zum schwarzen Peter der vergangenen Nationalteam-Ära zu stempeln, Außenverteidiger für prinzipiell unnötig zu erklären oder Scharner am rechten Verteidigungsflügel einzusetzen.
Trotzdem, Ihr Vertrag wurde verlängert. Man darf Sie dutzen, das kommt gut an, wirkt tirolerisch. Sturheit wird den Männern und Frauen von dort auch nachgesagt, Sie selbst wollen diese bei Ihnen noch nicht erlebt haben.

Seit dem 11. November ist jedenfalls viel passiert. Frankreich spielte man den Puntktelieferant, gegen Spanien durfte man 1:5 unterlegen, zugegeben haben Sie immerhin, dass es höher hätte ausfallen können. Als schuldig sahen Sie einmal Scharner, erstmals als Außenverteidiger aufgeboten, und einmal Garics, hauptberuflich Außenverteidiger. Nicht Sie hätten fehlerhaft gehandelt, Scharner wäre einfach unbemüht gewesen. Bei der Pressekonferenz vor dem Spiel hatten Sie noch darauf gepocht, selbst Entscheidungen treffen zu wollen, da Sie ja immerhin später ohnehin Ihr Haupt vor die Medien halten müssen. Das sah nach dem Spanien-Match anders aus, Sie sahen sich lediglich bestätigt in Ihrer Annahme, Außenverteidiger mit Drang nach vorne wären unnützt.

Bereits vor dem Spanien-Länderspiel wurde Garics durch Ihre Auffassung hellhörig, merkte höflich an, Sie wären im Unrecht. Per Presseaussendung ließen Sie verlautbaren, Sie wären keiner der Maulkörbe verteilt, Garics hätte teilweise recht. So durfte er dann auch gegen Spanien rechtsverteidigen, das kann er. Nach dem Spiel wollten Sie wissen, Rechts- und Linksverteidiger könne man sich nicht leisten, das hätte man heute bewiesen bekommen. Dieses Muster, denn Garics war keinesfalls einer der schlechteren an diesem Tag, erinnerte doch stark daran, was Sie eigentlich als “charakterlos” eingestuft hatten: Einen Spieler gegen einen Top-Gegner aufzubieten, ihn dumm aussehen lassen, um ihn schlussendlich abservieren zu können. Einer Ihrer Berater hatte Ihnen angeblich dazu geraten, so bei Ivanschitz vorzugehen, dem wollten Sie das aber nicht antun, es musste Garics herhalten.

Dann kam der Winter, der Tumult um Ihre Person kühlte ab. Erst vor wenigen Tagen haben Sie wieder Ihr Wort erhoben, via Interview aus der Türkei. Eben dieser zuvor angesprochene Garics hätte gegen Spanien sehr schlecht ausgehen, spreche dauernd von offensiven Außenverteidigern “hat aber selbst noch kein Tor aufgelegt”. Außerdem hätten Sie unwillentlich eine SMS zugestellt bekommen, deren Absender Garics heißt. Inhaltlich machten Sie nur so viel klar, dass über seinen Vereinstrainer hergezogen wurde. Die SMS hatten sie vermutlich durch Zufall erhalten.
Nach Pogatetz (“Ich wollte ihn anrufen, er hob nicht ab.”) und Scharner (“Ich wollte nicht anrufen.”, er hob ab) folgt mit Garics die nächste Geschichte mit Ihrem Mobiltelefon.
Dass Ihnen das nicht zu glauben ist, sollte sich von selbst erklären, aber wo liegen denn Ihre Beweggründe? Immerhin handelt es sich hier um grobe Rufschädigung, nachhaltige Schwächung von Garics’ Karriere.

Liegt Ihnen etwas an der vermutlich sehr hohen Abfertigung, die Sie für eine vorzeitige Vertragsauflösung erhalten würden? Oder sind Sie einfach mehr Tiroler als ich dachte? Nein, höchstwahrscheinlich war dies schlicht und ergreifend ein böses Revanchefoul, welches über die Stränge schlug und Ihren Charakter perfekt nach außen demonstrierte.

Mit verwunderten Grüßen
Dominik Seitlhuber

Artikel stammt vom: 28. Jänner 2010 – 17:51 Uhr

[ANALYSE] Wallner, und Aus

Dietmar Beiersdorfer hat sich entschieden mit Wallner Schluss zu machen. Schluss mit dem ewigen Rotieren, Kontinuität will man künftig in Großbuchstaben schreiben. Der versprochene Blog-Eintrag, der die schmächtige Transferpolitik der Salzburger analysiert und aufzeigt, welche Spielsysteme möglich sind

Bisher einziger Einkauf, und das wird er bleiben, soviel verriet Beiersdorfer, des Liga-Krösus war und ist Roman Wallner. Über die Vertragsdetails wollte man schweigen, ÖSTERREICH wollte jedoch etwas erfahren haben, die Verantwortlichen wollten aber wirklich schweigen, daher sind die kolportierten 1,2 Millionen Ablösesumme Humbug.

Wallner erst gar nicht richtig in Salzburg angekommen, durfte Dietmar Beiersdorfer bekannt geben, dass man nicht plane, mit einem anderen Kader zu planen. Heißt im Umkehrschluss, er schenke dem jetztigen das Vertrauen, man wolle ihn nicht weiter verändern. Der ehemalige HSV-Sportdirektor, mittlerweile globaler Kopf von Red Bulls Rasenballsport, dürfte gut beraten dies zu tun, beziehungsweise das Verändern eben nicht zu tun.

Zuvor wurden Jezek und Aufhauser zu den Juniors geschickt, unbefristeter Urlaub, dann wurde das Austauschjahr von Pamic nach 6 Tagen Rückkehr verlängert, unbefristet. Sasa Ilic geht künftig in Belgrad zocken.
Soll nicht heißen, der Salzburg-Kader wäre geschrumpft. Denn mit Christopher Kröpfl – für Sturm Graz zu schlecht, dem amtierenden Meister genehm – und Daniel Aschauer durften gleich zwei Zweitligisten unbefristet Luft schnuppern, vermutlich auch für länger.

Im Geteste vor der Saison war bisher einmal Steaua Bukarest und einmal der FC Luzern dran, geschlagen zu werden. Beides Male wollte es nicht gelingen, zweimal hörte das Ergebnis auf den Namen Eins zu Eins.
Mit dabei war, und das ist logisch – Stevens möchte andere als Bankerlwärmer fungieren lassen, Roman Wallner. Zugegeben mit Anpassungsschwierigkeiten, er kenne immerhin die Laufwege nicht gut, sei sich aber sicher, diese lernen zu können und mit dem Fußball, den er spielt und liebt, Salzburg helfen zu können.

Wallner bedeutet für Salzburg einen völlig neuen Spielertyp, einer wie es etwa ein Aschauer ist. Wallner ist Spitze, gerne auch mal hängend. In einem 4-1-4-1-System hätte er keinen Auftrag, Stevens betonte ihn aber häufig spielen lassen zu wollen. Entweder er oder das System müssen lügen. Da Stevens aber als Fan der Wahrheit gilt, ist mit letzterm zu rechnen. In Frage käme da eigentlich nur ein 4-2-3-1 oder ein 4-4-1-1.

-) Ein 4-2-3-1 wäre wohl von der gewohnten 4er-Abwehr vor Gustafsson, den zwei 8ern Leitgeb und Pokrivac, den Flügelflitzern Tchoyi und Svento, dem Freigeist Wallner und der Solo-Spitze Janko gebildet.
-) Das potenzielle 4-4-1-1 könnten der eine Goalie, die vier Abwehrspieler, das Mittelfeld um Tchoyi, Leitgeb, Pokrivac und Svento, die nach rechts hängende Spitze Wallner und der etwas nord-östlich stürmende Janko komplettieren. Wallner, als rechter vermutlich eher am rechten Rand, und Janko, ein Linker, hätten so jeweils mehr Freiheiten, Roman könnte dem Wirbeln und Laufen nachgehen, was ihm bekanntlich liegt.

Es darf gespannt erwartet werden, wofür sich Stevens entscheiden wird. Ich denke, und hoffe, auf eine meiner beiden Varianten, welche der beiden es wird, ist nebensächlich. Es bleibt, auf Stevens zu vertrauen, Salzburg ein Kompliment zu einem denke ich sehr guten Einkauf zu machen und sich als Bullen-Anhänger über die endlich eingekehrte Beständigkeit zu freuen.

Artikel stammt vom: 27. Jänner 2010 – 17:07 Uhr

Der Konterstürmer um den uns ganz Österreich beneiden wird

Roman Wallner ist, entgegen der Ankündigung seines Präsidenten Reichel, doch verkäuflich. Der österreichische Nationalspieler ist mit dem heutigen Tage Mitglied von Red Bull Salzburg, er soll im Zeitraum bis 2012 als Konterstürmer fungieren

Das Bestreben, von Österreich zu sein
Es möge noch einer sagen, in Salzburg hätte der gemeine Österreicher keine Chance. Denn mit Marc Janko und Roman Wallner wird alleine die vorderste Front schon mit zwei Inländern besetzt, nicht das Salzburg keine Tchoyi’s oder sonstige Nicht-Wallners hätte, aber der Anteil heimischer Spiel ist seit geraumer Zeit bestrebt, eifrig zu wachsen.

Und er kommt doch
Roman Wallner hat also unterschrieben, für LASK-Präsident Reichel vor Tagen noch öffentlich als undenkbar erklärt. Doch Blätter des Fußballs neigen dazu, sich möglichst rasch zu wenden – und das nicht nur, wenn der Arbeitgeber zufällig auf Red Bull Salzburg hört, sich als solches schmipft oder als dasjenige seine Spiele austrägt.
Der relativ klein gewachsene Wallner, von Krankl einstmals als groß genug betrachtet von ganz Europa beneidet zu werden, wird wohl nicht den gesamten Kontinent erzittern lassen, doch das täglich Brot, Spiele gegen den KSV Superfund und Konsorten, weiß er aufzumischen. Das beweisen mitunter 14 Treffer und die virtuelle Torjägerkrone.

Warum Beiersdorfer Head und Stevens Trainer geworden ist
Die Frage nach dem Wieso wird sich Dietmar Beiersdorfer wohl oder übel gestellt haben, er wäre kein Head of Global Soccer, hätte er es nicht getan. Vermutlich wird er sie in Übereinkunft mit Huub Stevens gestellt und beantwortet haben, die beiden sind seit dem gleichzeitigem Aufenthalt beim Hamburger SV per Du.
Stevens scheint Wallner also zu mögen, doch er liebt sein 4-1-4-1. Angesichts des stockenden Motors in der Liga, wird man sich im Hause Fuschl jedoch entschlossen haben, den Sechser in der Liga zuweilen ein Päuschen zu gönnen und stattdessen die Neuverpflichtung knapp hinter Janko laufen zu lassen.

Denn ein Wallner mag wohl kein Lämmchen sein, den läuferischen Einsatz kann man ihm aber nicht absprechen. Außerdem, und das macht ihn so beneidenswert, verfügt er über einen gelung ausgeprägten Torinstinkt.
Beiersdorfer, als würde er die Zweifler jauchzen hören: “Ich denke, man muss über die Qualitäten eines Roman Wallners nicht diskutieren!”

Artikel stammt vom: 23. Jänner 2010 – 9:34 Uhr