Blog über Chancenvernebeln, zweifelhafte Schiri-Entscheidungen und ein mehr als gerechtes Remis im Spitzenspiel

Das „richtungsweisende Spiel“ war doch nicht so vielsagend wie der Name es verspricht. Aber das angekündigte „Spitzenspiel“ hielt was es und die Medien versprachen. Hochklassig – natürlich nur für Österreichische Verhältnisse – war die Partie beinahe über die gesamte Spieldauer hinweg, aber das Kräfteverhältnis zwischen Salzburg und Rapid wurde – um es süffisant auszudrücken – geschickt vertuscht.

Viel auffälliger hingegen waren abermals die Vorlieben des Herren Königs am ORF-Mikrofon. Wem seine Sympathien galten, bedarf wohl keiner weiteren Erläuterung. Obwohl die 17.500 Rapidler im Hanappi-Stadion wohl doch ihr Mitspracherecht an den Entscheidungen des – verzeiht mir diese beinahe schon beleidigende  Form des Sarkasmus – Unparteiischen (warum ich das Wort mit der Farbe Grün formatiert habe weiß ich nicht…) hatten,  so darf keinesfalls von einem ungerechten Unentschieden die Rede sein – Doch nun mal ganz von vorne:

In Abwesenheit der – es folgt ein Orginalzitat einer Boulevardzeitung –  Leistungsträger, allen voran Jürgen Patocka, argierte der Österreichische Rekordmeister (Das Leben in der Vergangenheit ist bekanntlich die Philosophie eines jeden Grün-Weißen) forsch und zielstrebig. Doch Steffen Hofmann und Nikica Jelavic scheiterten am eigenen Unvermögen, während ein strammer Drazan-Schuss Gustafsson zu einer kleinen Kraftanstrengung zwang. Doch Salzburg kam innerhalb von 2 Minuten „so wie die Jungfrau zum Kind“ [copyright, Boris Jirka] zu Toren – deren Zwei um genau zu sein! Bis zum Pausenpfiff gelingt es den Bullen das Spiel erstmals unter Kontrolle zu bringen und die Führung in die Pause zu retten.

Nach Wiederanpfiff bleibt der zu erwartende Sturmlauf der Grünen voerst aus, Salzburg erarbeitete sich eine Feldüberlegenheit, doch als Steffen Hofmann aus 21 Metern zum Freistoß antrat dürfte selbst der kühnste Optimist einen Gegentreffer erwartet haben. Was geschah ist Grün-Weiße Geschichte.

Obwohl der psychologische Vorteil nun klar bei den Hütteldorfern – angesichts der schwachen Chancenverwertung verleie ich als Salzburg-Fan ihnen heute den Titel „Kavalliere“ – lag, vermochte die Pacult-Elf nicht, Salzburg in die Enge zu treiben – Chancen blieben Mangelware. Erst konnte Gustafsson noch einen Salihi-Kopfball parrieren, doch als er Minuten später im 5er ziemlich eindeutig attackiert wurde, blieb ein Pfiff des Schiedsrichters aus und der Neuzugang und Maierhofer-Ersatz hatte wenig Mühe aus kurzer Distanz ein zweites Wembley-Tor zu erzielen. Die Wiederholung zeigte, dass sich der Ball klar hinter der Linie befand.

Nachdem Salzburg zu diesem Zeitpunkt bereits Lattenschüsse von Leitgeb (Freistoß) und Zickler auf dem Konto hatte, traff der Ausgleichstor-Schütze in der Nachspielzeit die Stange für die Hausherren. Im direkten Gegenzug, wir schreiben Minute 93, bekommt Pokrivac den Ball serviert, trifft ihn beinahe ideal, aber dann nur die Stange.

Fazit: Red Bull Salzburg erobert im St. Hanappi einen wichtigen Punkt gegen einen direkten Titel-Kontrahenten. Obwohl der Schiedsrichter in einigen strittigen Situationen zugunsten der Rapidler entschied, darf dies keineswegs als Ausrede für die Vergabe einer 2:0-Führung gelten. Alles in Allem war Rapid die etwas bessere Mannschaft, was auch Bullen-Coach Huub Stevens ehrlich eingestand.

Artikel stammt vom: 13. September 2009 – 20:45 Uhr

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