Blog über die Grün-Weißen, deren Gegner und Freunde

Dass Grün-Weiß über 35 Minuten hinweg, die Bullen quasi am Nasenring durchs Hanappi gezogen hat, dürfte wohl niemandem entgangen sein. Aber jeder noch so fanatische Erz-Grün sollte eigentlich auch bemerkt haben, dass man zum Einen ein Fußballspiel nie auf 35 Spielminuten reduzieren darf und zweitens, würde man es trotzdem tun, dies in diesem konkreten Fall auch nichts an der Tatsache geändert hätte, dass Red Bull Salzburg verdient einen Punkt aus dem Hanappi mitgenommen hat.

Ebenso unbemerkt dürfte auch jedem halbwegs nüchternen Fußballfan geblieben sein, dass der gestrige Schlager beidseitig schlagfertig geführt wurde und sich das Spiel schlagartig von Schlag auf Schlag wendete. Auch die Qualität darf dem „Eh schon wissen“-Spiel keinesfalls abgesprochen werden.

Ein als ‚Qualitätszeitung‘ verschrienes Blatt – derStandard(.at) – konnte die hohe spielerische Note des Spiels jedoch nicht mit einem angemessen guten Artikel würdigen, sondern hatte vielmehr Ausreden für den Punktgewinn der Bullen in Hütteldorf parrat. In einem Interview spricht Peter Pacult von einem Fußball-Gott der bei Salihis Stangenschuss nicht hinuntergeschaut hatte. Dass Pacult + „DerStandard“-Redaktion darauf vergaßen, dass Salzburger über 90 Minuten hinweg ganze drei Aluminium-Treffer hatte, scheint auf den ersten Blick mehr als schlüssig, doch wenn man bedenkt dass sich letzterer nur wenige Sekunden nach Salihis Stangenschuss ereignete, dürfte auch dieser Einwand den nötigen Wind aus den Segeln verloren haben.

Dass Huub Stevens in einer ersten Stellungnahme erfrischend ehrlich zugab, dass es „zur Pause 4:0 für Rapid“ hätte stehen können, wurde zwar erwähnt, aber wohl eher um die Unterlegenheit der Salzburger zu unterstreichen, als um dem Holländer die Sympathie einzuräumen die er ausstrahlte. Dass Salzburg mit den Langzeitverletzten Aufhauser, ‚Bussibär‘ Boussaidi, Ngwat-Mahop und Pitak das breiteste Arsenal der gesamten Liga hat, wurde geschickt unter den Teppich gekehrt während den verletzten ‚Leistungsträgern‘ von Rapid – Patocka und Trimmel –  ein ganzer Absatz mit dem Titel „Folgenschwere Doppelbelastung“ gewidmet wurde. Dafür dass Pacult für diesen Umstand der Doppelbelastung kein Verständnis zeigen konnte, zeigte derStandard Einsicht und verzichte darauf den gewohnten – vor Allem wenn es um RBS-Bashing geht – Humor aufzuziehen.

Aber was soll’s?! Meine Devise lautet einfach, sich nicht mehr darüber zu ärgern. Außerdem wundert mich sowieso nix mehr, immerhin ist die Rapid-Bevorzung in dieser Zeitung sowieso schon Standard! [ACHTUNG IRONIE!]

Artikel stammt vom: 14. September 2009 – 16:55 Uhr

Advertisements