Blog über den Sensationserfolg der Rapidler gegen den Hamburger SV

Es sollte ein Tagen werden, den Fußball-Österreich nicht so schnell vergessen würde. Es sollten Stunden werden, an deren Inhalt wir uns noch in Jahren zurück erinneren wollen. Es sollten Sekunden werden, die einem jeden Patrioten das Blut in den Adern gefrieren lassen sollten. Es sollten einfach spannende und von Erfolg geprägte Minuten werden – und das wurden sie!

Im ausverkauften Happel-Stadion wurden die deutschen Gäste nämlich zeitweise – passend zum benachbarten Prater – von den Rapidlern vorgeführt! Außer einer Halb-Chance nach sehenswerter Berg-Vorlage und einer lässig vergebenen Tormöglichkeit des bereits zuvor erwähnten Schweizers war vom Tabellenführer der deutschen Bundesliga kaum was zu sehen. Zum einen könnte es sein, dass Rapid unterschätzt wurde, aber ehrlich gesagt kann ich mir dies kaum vorstellen. Vielmehr denke ich, dass der HSV einfach durch die Paarung aus Kampfgeist und spielerischen Fähigkeiten, letzteres hätte ich ihnen in diesem Ausmaß wirklich nicht zugetraut, der Grün-Weißen überracht wurden. So kam es, dass sich die Strafraumszenen immer mehr in den 16er der Gäste verlegten und Rapid von Minute zu Minute gefährlicher wurde.

Erst schickt Steffen Hofmann Nikica Jelavic ‚a la FC Barcelona‘ ins Loch, dann umkurvt dieser Rost, doch weil der Villa-Bezwinger nicht mehr genug Wucht in den folgenden Schuss hineinbrachte, konnte Boateng, er wird noch zur tragischen Figur avancieren, vor der Linie klären. 14 Minuten danach, 10 Minuten vor dem Pausenpfiff, legte sich Hofmann den Ball aus eigentlich für einen Direktschuss mäßig gefährlichen Postition zurecht. Doch der Spielmacher der Hausherren ließ seine Klasse bei Standardsituation erneut aufblitzen und belehrte den RAN-Kommentator – „Hofmann hat gegen Salzburg in der Liga ein Freistoß-Tor erzielt, aber nicht aus dieser Position…“ -, der offensichtlich nicht mit einem Gegentreffer rechnete eines Besseren und versenkte vielleicht mit „2 Zentimetern Haarkontakt“ von Boateng die Kugel im Kasten von Routinier Frank Rost. Anstatt rasend loszustürmen behält der HSV eher seine ‚Wir sind die Deutschen, Mensch… und die Ösis können nicht kicken, Alter‘-Arroganz und wurden von einer sehr, sehr starken Rapid-Mannschaft in der 44. Spielminute erneut eiskalt erwischt: Ein HSVler lässt sich von Kavlak düpieren, dieser spielt scharf zur Mitte, Unglücksrabe Boateng drischt daneben, Jelavic steht richtig – und trifft. 2:0!

Im zweiten Durchgang lassen es die Hütteldorfer gemächlicher angehen und lauern nur noch auf Konterchancen. Da die Innenverteidigung, gebildet von Eder und Soma, ungewohnt souverän argiert, gelingt es dem Favoriten aus der Hansestadt kaum gefährlich zu werden. In der 74. Minute kündigt der Kommentator ein Spektakel an, in der 75. Minute kommt es und wiederum eine Spielminute später erst recht: Nach einem flinken Anrittt verschafft sich Drazan Spielraum, schaut auf, beweist Übersicht und netzt zum vorentscheidenden 3:0 ein – Nur wenige Sekunden zuvor hatten 49.500 fanatische Anhänger die Rapidviertelstunde inszinert. Bis zum, aus Sicht der Hanseaten, erlösenden Abpfiff vergehen einige Minuten des Feierns, doch weniger der spielerischen Qualität und es bleibt beim 3:0.

Fazit: Riesen Lob an Rapid – ich ziehe meinen (nicht vorhandenen) Hut! Tolle Leistung – meiner Meinung nach eine noch ein Quäntchen bessere als jene gegen Villa – der Hütteldorfer gegen einen überheblichen Gegner. Obwohl meine Sympathien bekanntlichermaßen woanders liegen, gönne ich ihnen den Sensationsieg von ganzem Herzen!

Artikel stammt vom: 18. September 2009

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