Blog über einen Grün-Grauen Greis, eine grün lackierte Boulevardzeitung und die allgemeine Genügsamkeit in Österreich

„In dieser Form ist Rapid alles zuzutrauen“, meint Hans Krankl, seinerseits Rapid-Urgestein und umstrittener Ex-Teamchef, in der ‚ÖSTERREICH‘. „Rapid jagt jetzt das Triple“, ist sich wiederum Frau Claudia Schwedler sicher. So mancher Anti-Feministische Österreicher wird diese, ich bleibe heute ausnahmsweise nobel zurückhaltend, wohl etwas zu optimistische Sicht von Frau Schwedler wohl eher auf ihr Geschlecht, denn als auf ihren Arbeitgeber schieben. Da ein „Wir freuen uns schon auf die großen Spiele“-Sager von Steffen Hofmann als „Chance auf den Triplepack“ interpretiert wird, ist außerdem verwunderlich, jedoch auch gleichermaßen belustigend.

Da auf zwei Rapid in den Himmel lobenden Seiten eine glorifizierende Stellungnahme des Grün-Grauen Hansi nicht fehlen darf ist natürlich auch ganz klar. Wie schon zu seiner Zeit als aktiver Spieler – „Wir haben gut gespielt, weil wir gut gespielt haben!“ – ließ der ‚Goaleador‘ herausragenden Intellekt anklingen und bewies mit Prognosen wie „Jetzt startet auch die Aufholjagd in der Liga“ sogar mentale Fähigkeiten.

Um wieder der „Rapid jagt jetzt das Triple“-Überschrift die nötige Aufmerksamkeit zu widmen, muss – bevor irgendwelche Missverständnisse aufkeimen – erwähnt werden, dass mit dem Triple nicht etwa Siege gegen Blau-Weiß Linz, Austria Wien und Red Bull Salzburg, sondern – helle Köpfe haben es wahrscheinlich bereits erahnt – tatsächlich Triumphe in der heimischen Meisterschaft, im ÖFB-Cup UND IN DER EUROPA LEAGUE gemeint sind. Außerdem, er musste ja die Meinung seiner Kollegin Schwedler rechtfertigen, ist der 41-Tore-in-einer-Saison-Mann „überzeugt, dass die Mannschaft auch im Frühjahr noch international vertreten ist“.

Und um einen herzergreifend rapidverliebten Beitrag abzurunden, lässt es sich die Redakteurin natürlich nicht nehmen mit der Überschrift „Nach Trimmel und Jelavic auch Salihi angeschlagen“ zum wiederholten Male auf das ach so große Verletzungspech der Hütteldorfer hinzuweisen. Dass die Wiener Austria und Red Bull Salzburg ein viel höheres Lazarett zu verkraften haben und dies trotzdem ohne Jammern akzeptieren, dürfte ihr entfallen sein.

Übrigens wurde dem Rapid-Triumph gegen den HSV insgesamt 6 (am ersten Tag 4, am zweiten 2) Seiten gewidmet, während die Salzburger nach dem Lazio-Auswärtssieg mit 1 1/2 Seiten Vorlieb nehmen mussten.

Artikel stammt vom: 27. September 2009 – 16:01 Uhr

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