Blog-Eintrag vor dem Quali-Match des Ösi-Teams gegen Litauen

Zugegeben: Der folgende Blog-Eintrag ist kein Zufallsprodukt, und auch nicht wirklich spontan. Nein, die Gedanken dazu wurden schon früher gesponnen. Gedankenverloren erwarte ich die Ankunft meines – natürlich verspäteten – Zuges. Aus purer Langeweile sammle ich Ideen, welche Inhalte der nächste Eintrag wohl tragen könnte – und das alles nur um den Käse 5 Stunden später niederschreiben zu können. Halt! – Bevor ich überhaupt noch nachdenken konnte, musste ich mich natürlich erst inspirieren lassen. Die Gratiszeitung ‚Heute‘, die Gratis-Ausgabe der ‚ÖSTERREICH‘ und der gebührenpflichtige ‚Kurier‘ hatten das Privileg mich mit Informationen zu versorgen. Bereits gestern tat dies der Standard, wobei bei dieser Zeitung der lustige den informativen Teil doch deutlich überragt. Die Mischung aus all dem Medien-Wirr-War führte mir ein Bild vor Augen, welches ich nun gerne schildern würde.

Zum einen tanzt mir seit gestern die lesenswerte Aussage von Marc Janko, ihm bereite die Schulter große Schmerzen, vor Augen. Er stellte gar einen Einsatz am Samstag in Frage, klagte über Schmerzen und gab zu noch nicht mal den Teamchef informiert zu haben. Da ihm natürlich bewusst war, dass Didi Constantini ihn für dieses skandalöse Vergehen wohl promt aus dem Teamkader gehievt hätte – und er wäre nicht wiedergekommen -, musste er aber mit dem Schwindeln aufhören und lachend beifügen, dass die Schmerzen kaum muskulärer Natur, sondern vielmehr ein Resultat der vermehrten Schulterklopfer, „die jetzt wieder aus ihren Löchern kriechen“, sind.

Einen etwas sanfteren aber doch noch Tango-ähnlichen Art der rhythmischen Bewegung zelebriert Constantinis Nicht-Berücksichtung  von Andi Ivanschitz vor meinem sehgeschwächten Augenlicht. Trotz mehrerer Dioptrien Sehschwäche, erscheint mir klar, warum der oft als ‚Andrea‘ verschmähte Ex-Salzburger + Ex-Rapidler + Ex-Athener – um keinen der Ausbilder des angehenden Superstars tot zu schweigen – nicht im Teamkader ist – und soviel sei verraten: Mit dem geforderten Stammplatz hat es kaum zu tun. Aber genug der alten Suderein für die Constantini „sowieso keine Zeit“, geschweige denn Lust hat. Denn da Österreichs Nationalteam – und ich danke da wirklich dem Bärtigen im Himmel – nun wirklich keine einzige Institution rund um Didi Constantini ist und selbiger eigentlich verhältnismäßig nur Nebendarsteller ist, mögen auch die Spieler nicht zu kurz kommen. Diese werden nämlich morgen daham, vor ausverkauftem Hause versteht sich, beim Didi in Innsbruck – „Das sehe ich maximal als liebe Randgeschichte.“ – auf Litauen treffen. Und da es bekanntlich kaum noch Bloßfüßler und in Europa deren noch weniger gibt, müssen die Österreicher natürlich auf der Hut sein. Die WM-Quali scheint verloren, doch der dritte Platz dürfte trotzdem als erstklassiges Endergebnis gewertet werden.

Um diesen zu erreichen, sieht es Constantini nicht von Nöten ein Videostudium des baltischen Kontrahenten durchzugehen, doch nicht etwa weil er dem Gegner Qualität abspreche, sondern eher da bei genauerer Betrachtung „das1:2 gegen die Färöer wohl nicht die richtige Einstellung hervorrufen“ würde. Außerdem bin ich gespannt welcher 11 unser Teamchef  das Vertrauen widmet, Österreich von Beginn an zu vertreten. Und da Diskussionen zu allen 11 Positionen doch sehr mühsam werden würden, werde (und haben sie bei der werden-würden-werde-Kombi den Überblick behalten können?) ich mich nur der vordersten Front zuwenden. Mit welchen Angreifern Österreich beginnen wird, ist nach dem Red-Bull-Rezept das wohl best gehütetste Geheimnis unserer Alpenrepublik und doch scheint klar, dass es eher deren zwei als nur ein einziger der verbreiteten Gattung sein werden. Erstens wäre alles andere aus Sicht der Solo-Spitze ja eigentlich fürchterlich gemein – aber da Constantini ja im ‚Kurier‘ zugibt, dass er „eigentlich ein Ungustl“ ist, könnte man ihm das doch zutrauen – und zweitens müsste man dann einen der beiden Führenden der heimischen Torschützenliste das Bankerl wärmen lassen.

Artikel stammt vom: 9. Oktober 2009 – 20:20 Uhr

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