Blog-Eintrag über eine „schwere Geburt“ mit erfolgreichem Ende

Nach dem glücklichen aber irgendwie auch frustrierenden – weil er, damit Österreich die Quali doch noch schaffen könnte ein gewisses Maß an „Perversitäten“ forderte – Punktgewinn gegen Rumänien, war der Traum von der WM 2010 ausgeträumt. Da Didi und die meisten seiner Spieler ohnehin nicht mehr mit dem zweiten Platz gerechnet hatten, war die Enttäuschung dementsprechend gering, es wurde über „Perversitäten“ gescherzt. Nach dem Heimspiel gegen die Litauer setzte sich die gute Stimmung fort, obwohl nicht alles Eitel Wonne war. ‚DerStandard‘ bezeichnet den verpassten zweiten Endrang zwar als „schade“, aber immerhin nicht unwesentich „besser als ein gebrochenes Bein“. Und da letzteres für einen Fußballer kaum förderlich ist, kann man sich doch über den dritten Platz, welcher mittlerweile fix ist, freuen.

In dem bereits oft erwähnten Ländermatch gegen die technisch lauen, aber kämpferisch warmen Balten beginnt Österreich durchaus engagiert – dominiert die Partie. Im Lauf der ersten Halbzeit zeigt sich zwar, dass dies mehr an den schwachen Gästen denn an uns, den Österreichern, – ich zähle mich stolz zu dieser Gruppe – liegt. ‚Wurscht‘ wird sich der typische 08/15-Fernsehgucker gedacht haben – Vorerst halte ich das für legitim.

Die ganzen schnell verrinnenden Spielsekunden lag es förmlich in der Luft: Es schien nahezu so, als wartete er einfach auf die chilligste Gelegenheit. Und es schien so als wäre Marc Janko die 16. Minute sympathisch gewesen. Nach langem Ball von Fränkie Schiemer, ließ sich der wiedererstarkte 1,96-Striker der Bullen dazu herab, sich den Ball kurzerhand abzustoppen und mit geschätzten – so sah es jedenfalls ‚Schneckerl‘ Prohaska – 200 km/h unter die Latte zu knallen. Statt zu beleben wirkte die Führung für die ÖFB-Auswahl eher als Anlass die offensive Spielausrichtung zu überdenken und sich künftig doch eher dem Defensiv-Verbund zu widmen. Bis zur Pause steigert sich der Herr König am ORF-Mikrofon von Sekunde zu Sekunde in immer stärkere Superlative, welche glücklicherweise in der Halbzeitanalyse von Prohaska und Pariasek wieder dementiert werden.

Die zweite Halbzeit brachte frischen Wind. ‚Hurra‘ wird sich der typische 08/15-Nicht-Fernsehgucker jetzt denken – denn er wird vermutlich nicht wissen welche Mannschaft gemeint ist. Legitim – immerhin schreibt es einem Vater Staat NOCH nicht vor, ob und wann man die Glotze aufzudrehen hat. Jedenfalls ist die gastierende Mannschaft aus dem Baltikum gemeint – ein Geografie-Genie mag bereits erraten haben, dass es sich nicht um Österreich handelt -. Die Litauer wurden von Minute zu Minute besser, drückender und ließen erste Anzeichen des vielseits geliebten Ballsports Fußball anklingen. Sie wurden aus einer Halbchance belohnt – einer ihrer Stürmer, welcher ist ziemlich egal, war der Glückliche. 1:1!

Nun ist Didis Boy-Group gefordert. Obwohl Thomas König den Herren in der Abwehr bereits im ersten Durchgang ein „Schäferstündchen“ und demzufolge homosexuelles Verhalten attestiert hatte, werkte diese weiter und zeigte sich wenig beleidigt. Weil sich auch die Offensivabteilung nicht lumpen ließ, kam nach der Einwechslung von Neo-Legionär Maierhofer Schwung in die Partie, welcher vom Schiedsrichter durch einen etwas fragwürdigen Elfmeter belohnt wurde. Diesen verwandelte Roman Wallner souverän – Der Ball schlug nahe des rechten Kreuzecks ein. Bis zum Schlusspfiff bleibt es beim 2:1.

Fazit: Unser Nationalteam erkämpft sich das 2:1, vermag spielerisch nicht wirklich zu überzeugen und naja… Hauptsache gewonnen! Aber in den kommenden Partien erhoffe ich mir doch eine deutliche Leistungssteigerung.

Artikel stammt vom: 11. Oktober 2009 – 20:14 Uhr

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