Blog-Eintrag nach der 1:3-Niederlage des Ö-Teams gegen Frankreich

Zum ‚Angriff auf die Bastille‘ blies er, der Schlachtenführer, Kaiser Constantin(i) I. Vom Angriff war anfangs auch gar nicht mal wenig zu sehen. Das lag zum einen daran, dass man 3,98-Meter welche Stefan Maierhofer und der traurige Marc Janko zusammen bildeten kaum übersehen kann. Weiters war aber auch die durchaus offensive Spielausrichtung der Österreicher ausschlaggebend. Janko fand mit Trauerflor um den Arm bereits früh eine Halb-Chance vor – Maierhofer wenige Minuten später gar eine ganze! Ein Fabian Barthez ist der gute Llorois zwar keiner, aber immerhin ein Torhüter. Und als solcher präsentierte er sich in dieser Szene und klärte.

Der zuvor erwähnte Wolverhampton-Legionär wurde später zur tragischen Figur: Nach einem Eckball scheint die Situation bereinigt, Constantini animiert seine lieben Bubis… äh Buam …nach vorne zu stürmen. In dieser Vorwertsbewegung macht der Lange einen auf Benzema, wird konsequent attackiert, passt ins Leere. Der Ball landet vor den Füßen eines durchaus willigen Franzosen, welcher das Vorbild des Stefan Maierhofers sucht, sah und fand – 1:0 Frankreich, Benzema opferte sich!

Die österreichische Viererkette – geleitet diesmal nicht von Scharner, der in auf der rechten Außenbahn (!) Platz nehmen musste – kommt nun vermehrt ins Schwimmen und droht unterzugehen. Noch näher kommt unsere Elf diesem Ziel als ihnen der Schiri dabei behilflich wird und nach dem Vorsprechen für Hollywood eines Franzosen aus irgendeinem Grund auf Elfmeter entscheidet. Henry wie in besten Zeiten – 2:0.

Von Marc Janko bis zu diesem Zeitpunkt eigentlich nix zu sehen, doch mit Inbetriebnahme des Bulldozers Modell Hoffer kam der 1,96-Hühne in Schwung. In der 48. setzt sich der Napoli-Austauschschüler gut durch, drückt ab, doch Lloris will den Ball nicht passieren lassen. Da er aber eher nur der Prototyp eines guten Goalies und nicht wirklich ein solcher ist, hält er das runde Leder nicht fest und Janko lässt es locker über die Linie kullern – 1:2 nur noch. Beim Torjubel gedenkt der Torminator dem verstorbenen Fußball-Kumpel Gustav Kral, wagt einen kurzen Blick zum Himmel, verzichtet aber auf ausgelassene Gestik. Als sich die österreichische U21 zu erfangen drohte, erlöste Gignaz nach einem Tänzchen mit dem inferioren Jürgen Patocka (!) auf 3:1 – „A schens Goal wars. Der Buar is liab. Und geil!“, wird sich der Didi derweilen auf dem Bankerl gedacht haben. Auf selbigem musste auch über 90 Minuten hinweg Dag Platz nehmen, weil er sich im Training nicht aufgedrungen habe.

Danach wiegt das ÖFB-Team die Fernsehzuseher in den Schlaf, lediglich die Einwechslung von David Alaba brachte so was ähnliches wie Spannung. Er hat seine Sache doch recht gut gemacht – drumm wird er auch nicht ausgelacht -> Endstand: 3:1 😦

Fazit: Didi beginnt mit Scharner als Rechtsverteidiger. Das Experiment war von Beginn an zum Scheitern verurteilt – seinen Kopf hat er dann aber doch nicht eingehalten, schob lieber dem Pauli den schwarzen Peter zu. Auch dass Maierhofer begann war nicht gerade schlau, aber auch in diesem Fall sah der Tiroler die Schuld bei den anderen. Einzig kluger Schachzug war die Einwechslung von David Alaba – der „liabe Buar“ wird uns noch viel Freude bereiten.

Artikel stammt vom: 15. Oktober 2009 – 15:53 Uhr

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