Blog-Eintrag nach Ivanschitz‘ 5. Saisontreffer

Ivanschitz wie Flasche leer!
Die Karriere des Andreas Ivanschitz ist eine geile, ein liaber Buar war er schon immer, Sympathieträger nur auf Raten. Als Youngster der Grün-Weißen, als Vorzeigeschüler einer neuen Rapid-Generation wurde er gefeiert. Nach seinem überraschenden Wechsel zu Red Bull Salzburg wurde er von radikalen Rapidlern verteufelt, in der Folge als „Judaschitz“ bezeichnet und bei Nationalteamauftritten mit zahlreichen Pfiffen bedacht. Auch sportlich lief es nicht wirklich rund für ihn. Bei den Bullen kommt er kaum zu Zug, bei seinem neuen Arbeitgeber Panathinaikos Athen anfangs schon, aber dann auch nicht mehr so recht. Was folgt ist eine Zeit der Tiefschläge – Beim Verein kommt Ivanschitz nur noch zu Kurzeinsätzen, beim Nationalteam mutiert er zum Sündenbock der schlechten Leistungen. Vor einigen Monaten entschloss sich Ivanschitz dazu, den Weg nach Deutschland – was für einen Ösi freilich kein leichter ist – zu wagen. Mainz05 ist der neue Geldgeber des Andreas Ivanschitz und Andreas Ivanschitz der neue Geldgeber des Mainz05.

Ich lese nicht sehr viele Zeitung, aber ich habe gehört…
„Er macht das ganz, ganz fein“, lobt der Sky-Kommentator das Lupfer-Tor des Andreas Ivanschitz. Obwohl sich die korrekte Aussprache des Ex-Teamkapitäns noch nicht bis nach Deutschland durchgesprochen hat, verfügt der Sündenbock der Ära Brückner im Nachbarland bereits über einen recht bekannten Namen. Ivanschitz erzielte seine 5 Saisontreffer zwar nicht gegen Hochkaräter wie Kapfenberg oder Kärnten, in der Regel musste er sich mit Gegnern wie dem FC Bayern oder 1899 Hoffenheim begnügen. Diesmal war sein Einschussobjekt mit dem SV Freiburg zwar eine Mannschaft, die in Österreich vermutlich gegen den Abstiegskampf spielen würde, aber mit der nötigen Portion Glück dürften die Bayern oder Hoffenheim in unserer Liga gar vom Meistertitel träumen.

Was erlauben sich Ivanschitz?
Mit seinen bisher 5 Treffern rangiert Ivanschitz derzeit nur auf der 3. Position der Torschützenliste. Dieses schlechte Ergebnis relativiert sich jedoch, wenn man sich zu Gemüte führt, dass Mainz in dieser Saison erst 15 Tore geschossen hat und somit ein Drittel (!) davon auf das Konto des offensiven Mittelfeldspielers (!) Andreas Ivanschitz geht.

Mussen respektieren die anderen Kollega!
Die oft zitierte aber selten verstandene ‚Scorerwertung‘ umfasst sowohl Tore als auch Torvorlagen. Jedes der Elemente bringt dem Schützen einen Punkt – der derzeit beste offensiv Allrounder führt also die Liste an. Und dieser dürfte momentan Andreas Ivanschitz sein! Seinen 5 Treffern stehen nach seiner Vorlage zum 2:0 gegen Freiburg nun bereits ebenso viele Assists auf seinem Punktekonto. Mit seinen 10 Scorerpunkten hat der Ex-Salzburger so viele, wie kein anderer seiner Mitstreiter.

Ich habe fertig?
Das Sahne-Stückerl gegen Hoffenheim (Volley ins Kreuzeck) und eben jenes gegen Freiburg (–>http://www.youtube.com/watch?v=r6J8TfGHdyY<–) sind zwar wahrlich nicht schlecht, aber wenn ein offensiver Mittelfeldspieler im eigenen Strafraum ein Tor verhindert (48. Minute), so darf man das auch loben.
Somit widerlegt Ivanschitz die These von Constantini seine Laufleistung wäre grenzwertig und jene der Kritiker, er würde wie eine Diva stolzieren. Dass er gegen Spanien auflaufen wird, kann er sich laut Constantini abschminken. Immerhin hätte er ja eine Stammplatzgarantie gefordert. Anscheinend plagte den Didi aber doch das schlechte Gewissen, ziemlich rasch wurde der Vorwand durch zufällig zusammengewürfelte Aussagen wie „zu langsam“ oder „Laufleistung grenzwertig“ ersetzt. Obwohl es mit diesen Vorzeichen wohl nix wird mit einem Ö-Team-Einsatz, darf Ivanschitz weiter hoffen – sofern er das noch möchte – wieder im Nationalteam aufzulaufen. Denn wenn er weiter so trifft, wird selbst ein Constantini nicht an der Einberufung der rackernden Diva vorbeikommen.

Artikel stammt vom: 25. Oktober 2009 – 9:12 Uhr

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