Blog-Eintrag über das violette Duo und die remisierenden Salzburger

Damals war die Welt noch in Ordnung…
Das Spiel gegen Austria gab Salzburg verloren – Kein Grund zur Panik. Gegen Ried war daheim ein unerfreuliches 1:1 das höchste der Gefühle – Die Tabellenführung ist zwar mittlerweile an den Verteilerkreis gewechselt, aber noch immer verschmerzbar. Gegen die Linzer Athletiker forderte Stevens eine Reaktion seiner Mannschaft, welche diese dann auch „bis zum Sechzehnmeterraum erbracht“ hatte. So arm wie die Austria gegen Kapfenberg präsentierte man sich in 55 minütiger Abstinenz des trauernden Marc Janko nicht, aber wirklich gut schaut ein 0:0 in Linz auch nicht aus.

Wie gewonnen, so zerronnen…
Einen Ausfall und einen halberten hatte Stevens zu kompensieren, die Startelf war ansonsten die gleiche. Eigentlich dürfte für den Villareal-Lazio-Sofia-Bezwinger gegen den LASK nicht schief gehen, aber eine Reihe von Perversitäten führten zu einem ernüchternden Ergebnis:
Somen Tchoyi war auf der rechten Außenbahn nicht zum kicken zumute, Svento auf der anderen Seite zwar schon, zusammengebracht hat er aber trotzdem wenig. Leitgeb und Prager organisieren bei ihren jeweiligen Arbeitgebern den Spielaufbau. Die Salzburger Hintermannschaft hält die Null zwar ziemlich fest, an vorderster Front können Zickler und später auch Janko eine komplette Nullnummer nicht verhindern. Letztgenannter war mittags noch beim Begräbnis von Gustav Kral, durfte auf dem Bankerl Platz nehmen, brachte mit seiner Einwechslung aber merklich Schwung in den Bullenstall. Einmal nagelt er die Kugel von außerhalb des 16er an die Latte (zuvor wurde aber schon auf Abseits entschieden), einmal muss das Köpfchen für einen gut platzierten Köpfler herhalten, welcher sein Ziel nur knapp verfehlt. Wegen Ideen- und Torarmut blieb es jedoch beim durchaus leistungsgerechten Unentschieden. Huub Stevens war nach dem Spiel nicht happy, Cziommer merkte an, man spiele „derzeit nicht den besten Fußball“, Aufhauser, der den verletzen Schiemer vertrat, wollte und konnte mit dem 0:0 nicht leben.

Sieg > Remis > Niederlage
Remisiert haben sie also die Salzburger, verloren die Veilchen, es fehlte das obligatorische ORF-Live-Spiel, welches nicht selten grün-weiß beteiligt ist. Auch in der dreizehnten Runde war es so, man wollte das Geburtstagsspielchen des Peter Pacults schon ganz gern herzeigen. Von Partystimmung ist man anfangs weit weg, Chancen sind rar und wenn da, dann bei den Gastgebenden Kärntnern. Die Einschläferungstaktik der Rapidler schlug fehl, zu träumen schien nur Jürgen Patocka, welcher nach einer knappen Stunde Spielzeit sehenswert für Namensvetter Jürgen Kaufmann durchließ. Dieser bedankte sich beim amtierenden Nationalspieler – Didi: „Es wird endlich nicht mehr über das Nationalteam gelacht!“ – und betzte als Gegenleistung zum 1:0 für die Schinkels-Elf ein. Rapid wird engagierter, Pacult erhebt sich aus seiner bequemen Sitzposition und bringt Trimmel, Gartler und Drazan ins Spielgeschehen.
In Minute 82 gelingt letzterem nach Boskovic-Schupferl der Ausgleich, 2 Minuten später Herrn Gartler die Führung – Vorlage kam vom selben. Schinkels nahm die aus seiner Sicht negative Veränderung recht gelassen zu Kenntnis. Ebenso emotionslos fiel Drazans Jubel in der Nachspielzeit aus. Als Anlass nahm er sich den eben erzielten Weitschusstreffer zum 3:1 Endstand.

So steht’s:
Tabellenführer ist weiterhin die Wiener Austria, einen Punkt dahinter weilt Salzburg. Nach Verlustpunkten gerechnet sind jedoch Rapid und das 2:0 triumphierende Sturm die geheimen Tabellenführer. Beide werden sie aber nicht auf den Thron stürmen können, müssen sie doch das ausständige Spiel gegeneinander austragen.

Artikel stammt vom: 29. Oktober 2009 – 17:07 Uhr

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