Blog-Eintrag über Qualitätsjorunalismus, passable Erfolge des reelen und des virtuellen Meister und die nahenden €-League-Aufgaben der österreichischen Teams

„Ist der Ösi-Trainer blind?“
Ivanschitz ist derzeit in Form. „Ich kann dem Nationalteam weiterhelfen.“, formuliert der Mainz-Legionär ganz ungeniert – natürlich auf die Gefahr hin, vom Teamchef das Fordern eines Stammplatzes unterstellt zu bekommen. Er mache sich selbst nicht kleiner als er sei. „Ich weiß nicht was ich noch machen soll!“, wirkte der „Super-Ösi“ – wie ihn die Deutschen mittlerweile schimpfen – leicht resignierend, obwohl er mit 6 Toren und 7 Assists wenig Grund dazu hat und hätte. Sein Freistoß-Tor gegen Wolfsburg war von der geilsten Sorte, sein Assist ein liaber Heber.
„Ist der Ösi-Trainer blind?“ (http://www.bild.de/BILD/sport/fussball/bundesliga/vereine/fsv-mainz-05/2009/10/29/oesterreich-trainer/constantini-holt-andreas-ivanschitz-nicht.html), wurde auch schon die deutsche Boulevardpresse ‚BILD‘ auf die eigenwillige Kadereinberufung von Constantini aufmerksam. „Es darf nicht reichen zweimal mit dem Hintern zu wackeln“, konstantierte Pacult mit Seitenhieb auf den Teamchef. Geil dürfe der Teamchef das ruhig finden, vom Nationalteam wären Burschen wie Drazan („Ihm fehlt die Reife die richtigen Patschen anzuziehen.“) aber noch so weit entfernt wie nur was. „Man muss den Teamchef fragen, ob das mit der jungen Welle noch normal ist!“, wurde er, Peter Pacult, später sogar noch deutlicher. Brisant: Teamchef Constantini steht mittlerweile sogar dort – bei den Trainern der Bundesliga – wo er angeblich die beste Zusammenarbeit führt, im Kreuzfeuer der Kritik, der ÖFB kann sich also wahrlich glücklich schätzen mit diesem blinden Ösi bis 2012 kooperieren zu dürfen.
Am kommenden Freitag ist Kaderbekanntgabe. Nicht dabei sein wird Ivanschitz, ihm fehle einfach die Kraft für 90 Minuten. Aber auch folgendes könnten Constantini (oder Peischl) demnächst von sich geben:

„Ivannnnncic ist gut, keine Frage. Er spielt 89 Minuten gut, aber eine Minute dann halt nicht, das gefällt mir nicht.
Sein Freistoß-Tor sollte man nicht überbewerten. Da haben ja immerhin… ja… mindestens 3, äh… 5 Zentimeter aufs Kreuzeck gefällt! Den hätte der Goalie halten müssen!“

Noch ist ein solches Statement Fiktion, ob es Realität wird, wissen womöglich die Sterne.

Zwischen Wunschträumen, Realität und Unwirklichkeit
Real ist in jedem Fall der Meistertitel der Salzburger. 2008/09 hat man ihn geholt, das kann selbst ein Grün-Weißer nicht leugnen. Der virtuelle Meister wäre dem Standard zufolge Rapid, was ich nach 13 Runden allerdings für gewagt halten würde. Freilich: Rapid ist heimlicher Tabellenführer, doch selbiges ist auch Sturm Graz. Ebenfalls wirklich ist die Tabellenführung der Salzburger in der Europa-League, wahr haben möchten es die Journalisten zwar nicht, aber es ist halt so. Rapid ist derzeit nur Dritter, die 1:5-Pleite gegen Tel Aviv war der Aufstiegschance nicht wirklich bekömmlich. Es könnte aber auch alles nur am Schiri gelegen haben – Hörtnagel: „Es gibt diese Saison viel zu viele nicht nachvollziehbare Pfiffe gegen Rapid. Das können wir nicht so hinnehmen.“ In einem Forum gebe es zur Beurteilung solcher Statements den ‚Heul doch‘-Smiley, in meinem Blog wird sie lediglich für Null und Nichtig erklärt. Am Donnerstag wird das Happel-Stadion ausverkauft sein – das ist Realität. Gast werden die Israelis sein – ebenfalls ein Faktum. Ein Sieg wäre für Aufstiegschancen wohl Pflicht.
Laut Stevens gebe es gar keine Pflichtsiege und selbst wenn es sie gebe, hätte Salzburg solch einen gegen Sofia gar nicht nötig, gegen Mattersburg wurde ein solcher recht souverän errungen. Jedenfalls sprechen 9 Punkte aus 3 Spielen eine klar verständliche Sprache, zum Aufstieg fehlt dem reelen Tabellenführer nur noch ein Sieg – Alle anderen Szenarien sind Spielerei.

Egal ob Ivanschitz im Nationalteam, Constantini als Ex-Teamchef oder Salzburg, Rapid, Austria und/oder Sturm im EL-PlayOff – Das Leben im Konjunktiv könnte ein schönes sein, wäre es nicht im Konjunktiv! (3€ für’s Phrasenschwein!)

Artikel stammt vom: 2. November 2009 – 10:50 Uhr

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