Blog-Eintrag über 4 Spiele, 4 Siege und das geflügelte Glück

Rasende Kunst, aber kein Kunstrasen
Red Bull Salzburg ist nicht der Freund eines jeden fußballinteressierten Österreichers. Der FC Salzburg auch nicht, aber er ist beliebter, immerhin fightet er, anstatt um den Meisterteller, um Punkte für die UEFA-Wertung. Vor der Gruppenphase hätten viele den Salzburgern nur wenig zugetraut, nach dem durchaus erfolgreichen Spiel gegen Lazio Rom mehrten sich die positiv klingenden Stimmen. Die Gala gegen Villareal führte zu Jubel, der knappe Triumph gegen Sofia zu Zufriedenheit. Doch drei Spiele sind nicht sechs und neun Punkte nicht 18, das sagt einem schon der Hausverstand. So musste Salzburg gleich ein zweites Mal gegen Sofia ran, diesmal war der Boden jedoch ein ungewohnter.

Zu Beginn brennen die von der UEFA zensierten RedBulls ein wahres Offensivfeuerwerk ab. Alleine Janko vergibt zwei recht gute Chancen, Afolabi immerhin eine. Die dritte Großchance hat der groß aufspielende Marc Janko nach etwa 10 Minuten, die gemeine Stange meinte es allerdings nicht gut mit der Salzburger 21. Nun wird Sofia besser, Salzburg etwa in selben Maße schlechter. Die Gastgebenden reißen die Partie an sich und kommen zu zählbaren Torchancen, welche allesamt ungenutzt bleiben.
Nach einem Drittel des Spiels hätte es gut und gerne schon 2:2 stehen können, da bei Stevens aber die ‚Null‘ Tradition und Pflicht hat, war dem nicht so. Bis zum Pausenpfiff bleibt es bei diesem trügerischen Ergebnis.

Die nicht bekömmliche Rote…
Pünktlich geht es weiter, der Seitenwechsel findet regelkonform statt, Salzburg wird wieder besser. Der in der ersten Halbzeit schwindlich gedribbelte Ulmer erfängt sich und die Kreativabteilung beginnt wieder Fußball zu spielen, der Rest der Brigade ebenso.
Nette Tänzchen waren von Tchoyi am gestrigen Tag keine Seltenheit, der Tormann davon inspiriert versuchte sich an selbigem, wurde jedoch etwas unsanft von Janko gebremst. Der Ball landet vor den Füßen von Dusan Svento, der das leerstehende Tor vor sich sieht und nur noch einzupassen braucht. Ein Sofia-Verteidiger ist allerdings nicht am Kassieren eines Gegentores interessiert und mäht den RBS-Offensiven kurzerhand nieder.
Im Fallen bugsiert der Slowake das Runde doch noch ins Eckige, anlässlich einer zu verhängenden Roten Karte hatte der Referee aber das Spiel schon unterbrochen und in der Folge das erzielte Tor für nichtig erklärt. Levski nur noch zu Zehnt!

… bereitet dem leicht verdaulichen 1:0 den Weg
Die numerische Überlegenheit bekommt den Bullen entgegen der Erwartungen nicht gut, Sofia nun fast besser als die Tabellenanführenden.
Durch die Seltenheit einer Unaufmerksamkeit bekommen die Bulgaren sogar noch den Sitzer auf die Führung serviert, das Geschenk wollte man aber nicht annehmen. Als nahezu alle, inklusive Didi Beiersdorfer, exklusive Huub Stevens, mit einem torlosen Remis gerechnet hatten, war es Fränkie Schiemer, der nach freundlich präzisem Einwurf von Christian Schwegler die Salzburger Bank zum Tollhaus machte. Zwar hatte der Schweizer den Einwurf nicht ganz den Regeln entsprechend ausgeführt, aber das ist egal, immerhin ist das Glück wie in Vogerl, welches sich nun – nach anfänglicher Abstinenz – doch in Salzburgs Reihen niedergelassen hat. Außerdem könne man laut Stevens das Glück erzwingen.

Durch die 12 Punkte dürfte den Salzburgern der Aufstieg kaum zu nehmen sein, Rechenspiele möchte ich der Leserschaft ersparen, denn wenn Salzburg die derzeitige internationale Form beibehält werden spätestens am 2. Dezember – Lazio gastiert an diesem Tag in der Red Bull Arena – sämtliche Zweifel beseitigt sein.

Artikel stammt vom: 6. November 2009 – 17:17 Uhr

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