Blog-Eintrag über eine Statistik, die wild ausschaut es Gott sei Dank nicht ist und über die traurige Ungerechtigkeit gegen Rapid

Die Geständigkeit eines gescheiterten Torverhinderers
„1:8 das hört sich jetzt wild an…“, spricht der glanz- und fehlerlose Rapid-Goalie allen, die das Trauerspiel gesehen haben, aus dem Herzen. Wirklich gut hört sich das Anschauungsmaterial nach den zwei Spiel gegen die Israeli wirklich nicht an. „… Aber das ist es nicht, es hat nicht viel gefehlt“, fügt er eine in Hütteldorf recht gebräuchliche Form der Niederlagenbewältigung, das Schönreden ist gemeint, an. Außerdem hätte „Hapoel heute alles Glück dieser Welt gehabt“. Dies stimmt natürlich nicht, ist aber nicht weiter tragisch, das Ergebnis bleibt wie es ist – 0:3. Da kann Peter Pacult noch so viele Gratulationen (ja, er tat es wirklich) an seine Mannschaft aussprechen, er kann auch beteuern, das Resultat würde nicht der Leistung entsprächen – es wird ihm nichts helfen.
Doch auch ein 0:3 ist nicht fatal, immerhin hat Rapid ja gegen eine internationale Klassemannschaft verloren – so sah es zumindest der Krankl Hansi. In seiner SKY-Analyse attestierte er den Grünen eine passable Leistung, die Niederlage wäre durch die brillanten Fähigkeiten der Hausherren zustande gekommen. Auch in seiner ÖSTERREICH-Kolumne zeigte sich der ‚Goleador‘ überraschend zahm, die restlichen Medien taten es ihm nach.

Der vergoldete Schuss des Yadin
Die schreckliche Wahrheit hat sich freilich auf dem Platze zugetragen. Während Teile des Rapidler Publikums mit dem Skandieren nationalsozialistischer Gestiken und dazugehörigen Juden-Beschimpfungen beschäftigt waren, hatte Grün-Weiß anfangs kaum Mühe die Abwehr der ‚Juden‘ zu durchbrechen, aber da Jelavic nicht Maierhofer, auch kein Hoffer und keinesfalls MaierHoffer ist, blieb ein Erfolgserlebnis verwehrt.
Ein solches durften nach anfänglichen Dauerdruck des österreichischen Vizemeisters die mitgereisten Tel Aviver wenig später bejubeln. Ein „Hunderttausen-Guldenschuss“ fand den Oberschenkel vom halb-fitten Heikkinen und von dort das Tor. Bitter war die Szene, Yadin der Torschütze. Bitter für Rapid, zumal es sich um die erste echte Möglichkeit der Israeli gehandelt hat. Der Anfangselan der Hütteldorfer ist ab nun jedoch verklungen, anfänglich munterem Ballgeschiebe folgt Minuten später eine ziemlich lang andauernde Fehlpassorgie. So ging es mit 0:1 in den Kabinentrakt des nahezu ausverkauften Ernst-Happel-Stadion.

2 mal Alu und 2 mal Tor
Mit Wiederbeginn des  Treibens wird Rapid zunehmends fader, selbst Zufallsprodukte wie der Lattenkopfball von Jelavic vor der Pause, blieben aus. Die Vorlage für die zuvor erwähnte Tormöglichkeit kam übrigens vom ansonst katastrophal schwach agierenden Steffen Hofmann. In der 65. Minute lässt sich Rapid beinhart auskontern, wenngleich man wieder nicht vom Glück begünstigt war. Nutznieser der Verwirrung ist Vermouth, welcher Payer umkurvt und aufs leere Tore zum 0:2 vollstreckt. Nun wirken die Rapidler zwar schwerst getroffen, aber noch immer frohen Mutes die Partie noch zu drehen, ebenso ihre Anhängerschaft. Einige Minuten später blamiert sich die inferiore Rapid-Verteidigung jedoch erneut bis auf die Knochen: Erst umkurvt ein Israeli ohne ernsthafte Bemühungen drei Rapidler, dann landet der Ball beim von Dober allein gelassenen Natcho, welcher ohne erwähnenswerte Kraftanstrengung die endgültige Entscheidung herbeiführt. Nun ist die Partie gegessen, Rapid wird wie eine Schülermannschaft vorgeführt, in Bedrängnis höher zu verlieren kommt die Pacult-Elf aber nicht. Nein, es hätte sogar noch Ergebniskosmetik betrieben werden können, doch der eingewechselte Salihi empfand es aus 5 Metern nicht für notwendig zu netzen, sondern wählte stattdessen das Aluminium als Zielort – wenigstens hat er es getroffen. Mit einem Tor ist das nicht vergleichbar, aber als Ausrede im Nachhinein zieht eine Alu-Touchierung des Balles immer gut, zumindest wenn der Verursacher ein Rapid-Leiberl trägt. Bitterer Endstand: 0:3! Rapid muss nun wohl die beiden ausstehenden Partien gegen den HSV und Celtic gewinnen, um doch noch aufzusteigen.

Artikel stammt vom: 6. November 2009 – 16:03 Uhr

Advertisements