Blog-Eintrag über Didi Constantinis Personalpolitik und seinen Kader gegen Spanien

Armer Ösi, armer Ivanschitz, glücklicher Hoffer
Der Fußballinteressierte Österreicher kann einem Leid tun. Früher war das Nationalteam auf Rapidler reduziert, dann diente es maximal als Schmähobjekt, mittlerweile ist es nur mehr ein modernes Wort für ‚Jugendchamp‘. Nicht dass Alaba oder Baumgartlinger nicht Fußball spielen könnten, aber ob sie für die harte Welt des A-Teams geeignet sind ist fraglich. Es dürfe nicht reichen zweimal mit seinen vier Buchstaben zu wackeln, brachte Pacult unlängst die Problematik der Ära Constantini auf den Punkt. Der kritisierte Tiroler war sich jedoch sicher, dass „Peter Pacult das sicher nicht so gemeint“ habe. Aber selbst wenn – könnte ihm das egal sein, immerhin stehe man derzeit recht gut da.
Anteil daran hatte auch Jimmy Hoffer – für den Teamchef ein Grund, den ausrangierten Italo-Gastarbeiter wieder zu nominieren. Begründung war die Dankbarkeit, welche vorhanden, aber auch nicht unerschöpflich sei.

Wieso er stattdessen auf Ivanschitz verzichtete wusste er selbst nicht. „Das Leben ist eben ungerecht“, war Grundtenor der nichts sagenden Floskel-Drescherei. Justizielle Gründe schloss Schinkels aus, Ivanschitz sei „ja kein Verbrecher“. Das bestritt auch Constantini nicht, Ivanschitz auch nicht – wieso sollte er auch? Die Entscheidung treffe trotzdem Constantini selber, da hat weder Freund noch Feind was zu sagen und natürlich auch kein Schinkels.

Das Paradoxe und die Hoffnung
„Und wenn ich öfters daneben liege bin ich eh weg.“, formulierte der nicht-sture Westösterreicher („Meine Haltung hat nix mit Sturheit zu tun!“), was viele Landsleute in feuchten Nächten träumen. Der erstellte Kader dient aber dem nahenden Spiel gegen Spanien, der Gegner ist ein quasi unschlagbarer, paradoxerweise dürfte es aber gerade deswegen mit einer vorzeitigen Ablöse so schnell nichts werden.
Das Team ist nämlich jung, der Kontrahent Europameister, ein Unentschieden oder gar ein Sieg sind daher weder Pflicht noch sonst was. Und weil es nichts schlechteres als Niederlagen gibt, höchstens 0:9-Debakel, hat die Boy-Group samt Coach wenig zu verlieren.

Das ungerechte Leben
David Alaba ist laut Didi „kein Wunderwuzzi, sondern vielmehr ein liaber Buar“, Jürgen Patocka selbst in Hütteldorf ein oft belächelter Akteur. Für den Kader reicht es dennoch. Wieso? Das Leben ist eben ungerecht!

Artikel stammt vom: 7. November 2009 – 20:44 Uhr


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