Blog-Eintrag über die Nachnominierungen für das nahende Freundschaftsspiel gegen den Europameister. Ein Über- und Ausblick auf die Partie

Ausfälle und Aussichten
Um Verständnis bat Peter Pacult, und zwar recht forsch, den Teamchef. Immerhin haben Rapid und Sturm ein Nachtragsspiel. Dass das 110-Jährige-Bestehen des heutigen SK Rapid Wien gefeiert und bespielt werden musste, Grund und Auslöser für die 4-monatige Verschiebung des Erstrunden-Krachers war, verschwieg uns Pacult, der Fairness halber wurde dem immer öfter grantelnden Wiener das Anliegen verwährt. „Wir hatten einen Wickel“, mutmaßte Constantini über Pacults harte Kritik, aber da „einem das Hemd immer näher als das Sakko liegt“, zeigte er Verständnis. Eingewilligt hat er dennoch nicht, denn „wenn Pacult Teamchef wäre, hätte er genauso gehandelt“.
Weniger böse auf Constantini war Huub Stevens, obwohl der Salzburg-Trainer so manches auch nicht verstehen kann. Von der „goldenen Ananas“ sprach er zwar nicht, aber von „nur einem Freundschaftsspiel“. Daher sehe er nicht ein, den verletzten Schiemer abzustellen, das hätte kaum Sinn. Ersetzt wurde der Neo-Abräumer der Bullen durch Florian Klein, zuvor wurde bereits Leitgeb nachnominiert. Dass Leitgeb sich doch noch in den Spanien-Kader verirrte verdankt er dem gerissenen Sprunggelenk von Christopher Drazan und seinem sehenswerten Treffer am Wochenende. „Der Leiti ist torungefährlich, daher nicht dabei.“, kommentierte Constantini seine anfängliche Entscheidung auf den Salzburg-Stammspieler zu verzichten. Der junge, aber routiniert gewordene, Leitgeb belehrte Constantini eines besseren und versenkte die Vorlage einer Wasserlacke schnurstracks zum 3:1-Traumtor für seinen Arbeitgeber.
Ein anderer Bullen scheint derweilen die Nase – im wahrsten Sinne des Wortes – voll zu haben. Marc Janko klagt über eine Erkältung, er spüre seit Tagen eine lästige Verkühlung. Spielen wird er trotzdem können, ob von Beginn an, ist unklar. Nicht auflaufen – weder von Anfang, noch irgendwann später – können, wird Fränkie Schiemer. Eine Muskelverletzung verhindert das Auftreten des RBS-Defensiven auf schmerzliche Art. Statt ihm wurde Florian Klein mit der Einberufung bedacht, für den Fränkie’schen Nachfolger bei der Austria wäre es das erste A-Länderspiel.

Was gut und möglich ist
Für das freundschaftliche, aber keineswegs gurkenhafte, Ländermatch gegen die Spanier, würde mir – mit Berücksichtigung der zur Verfügung stehenden Spieler – folgende Aufstellung wünschen:

__Payer__
__Garics__Scharner__Dragovic__Fuchs__
__Pehlivan__Leitgeb__
Jantscher_____________________Hölzl___
__Wallner_________
_________Janko___

Erläuterungen zu meiner Aufstellung:
-) Garics und Fuchs sind die erfahrensten Außenverteidiger, die Österreich zu bieten hat. Ulmer ist ein sympathischer und guter Kicker, aber defensiv wäre er gegen den Europameister klar überfordert. Das Fehlen von Patocka und Ortlechner in meiner Aufstellung sollte selbsterklärend sein.
-) Laufmaschinen wie Leitgeb oder Pehlivan sind genau DAS, was wir brauchen werden.
-) Als System habe ich ein 4-4-1-1 gewählt, welches unserer Mannschaft die nötige Kompaktheit geben würde. Jantscher und Hölzl können offensiv für Bewegung sorgen und gegen die flinken Spanier aufgrund der eigenen Schnelligkeit gut dicht machen. Wallner ist eine halbe Spitze, soll Janko unterstützen, da er aber ohnehin ein Stürmer mit einem irrsinnig hohen Bewegungsradius ist, könnte er auch defensive Aufgaben hinter den Spitzen – sozusagen als Verbinder zwischen Janko und dem Rest – fungieren. Auf Spielmacher wie Prager, Beichler – auch Ivanschitz fiele in diese Kategorie – verzichte ich gegen Spanien, da wir uns einen solchen gegen den Europameister einfach nicht leisten können.

Und die Causa Prima…
Ich möchte mich an dieser Stelle zum wiederholten Male FÜR ANDREAS IVANSCHITZ aussprechen, er sollte unbedingt seinen Platz im Nationalteam finden. Wäre ich Teamchef, hätte ich ihn gegen Spanien aber zumindest nur auf die Bank gesetzt, denn gegen die derzeit wohl beste Mannschaft der Welt, ist Bewegung gefragt. Da Ivanschitz – und da bin ich ausnahmsweise bei Constantini – aber sehr wenig nach hinten arbeitet, wäre er für dieses Spiel ungeeignet. Künftig bin aber eindeutig für den Einsatz des Mainz-Legionärs.

Artikel stammt vom: 10. November 2009 – 20:35 Uhr

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