Blog-Eintrag über Einen der nicht spielen kann, Einen der nicht spielen darf und Einen der nicht will

Der Einfachheit halber
Zu sagen der Fußball – gemeint ist nicht das Spielgerät, sondern das Ballspiel an sich – sei einfach, wäre gemein. Constantini tat dies auch nicht, nur die Spanier hätten halt eine einfache Spielphilosophie. Jeder berühre maximal einmal den Ball – „Ein einfaches System, sofern man es kann“.
Fußball bleibt trotzdem Fußball. In Österreich wird er gemocht. Nicht selten wird das Gemochte jedoch zur Qual, manchmal ist er ungerecht. Trotzdem wird gelacht. „Jeder lacht, wenn er bei der Tür reinkommt.“, meint Constantini. „Stimmt“, stimmt Paul Scharner zu. Dass Ivanschitz nicht dabei ist, berührt den Teamchef herzlichst wenig, immerhin ist er selbst dafür verantwortlich. Für Manningers Rücktritt hingegen könne er nichts dafür, aber er nehme die Schuld trotzdem auf sich. Stranzls Schlussstrich begeisterte ihn zwar nicht, aber Trauer sieht anders aus. „Soll ich ihn würgen ihm Nationalteam zu spielen?“, formulierte er knapp.
Wieso Stranzl die Kritik nicht am Telefon, sondern lieber öffentlich äußerte, wollte Constantini nicht verstehen, trotzdem akzeptiere er die Entscheidung

Einer kann und einer darf nicht
Durchaus spielen wollen, würde nomineller Kapitän Pogatetz. Von Constantini aus hat der England-Legionär Grünes Licht, zuletzt hemmte ihn eine Verletzung. „Aber das wird schon wieder!“, gab sich Pogerl kämpferisch.
Ebenfalls gerne für das Nationalteam auflaufen würde Mainz-Regisseur Andreas Ivanschitz. Aber nein, das Leben wäre ungerecht, ein Platz für Ivanschitz folgedessen nicht da. Für David Alaba hingegen schon. Der Deutschland-Austauschschüler kickt in der dritten Liga. Dass er ein Wunderwuzzi sei, hat Constantini aber auch nie behauptet – „Nein, er ist einfach nur ein liaber Buar“. Für den 17-Jährigen könnte es am Mittwoch sein zweites Länderspiel geben.

Das zweite Wohnzimmer und der Traum von Gerechtigkeit
Der Gegner wären wie gesagt die einfach spielenden Spanier. Hoffer, der die Tribüne des Neapel’schen Stadio San Paolo sein zweites Wohnzimmer nennen darf, meinte, die Spanier hätten es nicht leicht, sofern jeder hundertprozentigen Einsatz aufbringe. Dass er überhaupt im Kader steht verdankt der Ex-Rapidler einzig und allein Didis Dankbarkeit. Hoffer: „Dafür bin ich dankbar.“
Gegen Spanien sollte es jedenfalls keine Blamage geben, Punkte wären in einem Freundschaftsspiel zu viel verlangt und selbst virtuelle sind gegen den Europameister – „Die könnten auch Weltmeister sein!“ – unrealistisch. Trotzdem gilt es, ein gutes Ergebnis einzufahren. Denn das Leben ist zwar ungerecht, aber eben nur manches Mal.
Didi Constantini: „Die Welt ist nur dann gerecht, wenn der Trainer nix gewinnt und rausgeworfen wird.“

Artikel stammt vom: 13. November 2009 – 15:15 Uhr

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