Blog-Eintrag über einen todgesagten Van Gaal, der nach dem 4:1 gegen Juve wohl länger leben dürfte

Totgesagte leben länger
Echte Bayern dürfen nicht abgeschrieben werden, das weiß so gut wie jeder. Auch das Totgesagte bekanntlich ein längeres Leben hätten, ist allseits bekannt. Trotdzem wurde den Süddeutschen das Ausscheiden ins Fenster gestellt. Freilich: Die Vorzeichen waren keine schönen. In der Liga waren die Leistungen anfangs mau, zum Ende hin die Ergebnisse das ansehlichste. Lahm durfte sich auf der rechten Verteidiger-Seite neu entdecken, Toni fand im Bankerl seinen neuen Arbeitgeber. „Ich werde nach Italien zurückkehren. Es macht keinen Sinn. Das Verhältnis mit Van Gaal ist seit Monaten am Tiefpunkt!“, hatte der sensible Italiener unlängst angekündigt.
Mario Gomez, dessen Ex-Verein Stuttgart die Freigabe mit 35 Millionen Euro versüßt wurde, war anfangs weder Fisch noch Fleisch.

Warum Bayern, Bayern sind
Aber wären Einzelschicksale das einzig tragische im Konzert des Alkmaar-Meistermacher Van Gaal gewesen, hätte man verzeihen können. War es aber nicht, außer halt man zähle die Champions League als nichts. Den Ansprüchen der Bayern nach, ist dies jedoch auszuschließen, ein 0:2 gegen Bordeaux genügt da allemal nicht. Und dann hieß der Entscheidungsgegner ausgerechnet Juve. Manninger versäumte das Einlaufen um Nicht viel, eine nach Hinten verschobene Meniskus-OP von Einser-Goalie Buffon war schuld.

Die Bayern starteten jedenfalls herzeigbar, das Tor war jedoch den Hausherren vergönnt. David Trezeguet durfte, 19 Minuten waren da gespielt. Aufgeben war also nicht angesagt, mindestens zwei Treffer waren ein Muss. Den ersten leitete Olic ein. Der überragende Halbflügel-Flitzer drang in den Strafraum ein und wurde gelegt – der zu verhängende Elfer war eine leichte Übung für den Schiri. Ebenso wenig Mühe hatte Elferschütze Hans-Jörg Butt, der Keeper verlud seinen Positionskollegen und netzte zum Ausgleich. Es war sein dritter Treffer in der Königsklasse, Gegner war jeweils Juve, Anlass in allen Fällen ein Strafstoß.

Bis zur Halbzeit war das Ergebnis ein zu weniges Remis, aber es sollte besser werden. Olic stellte seine Topform nämlich weiter unter Beweis, nach einer weiteren Druckphase der Münchner hatte er zur Führung abgestaubt. Das Ergbenis hätte genug sein können, doch Wiedergutmachung hieß das Stündlein der Stunde. Treffer von Gomez und Tymoschchuk machten die „sensationelle Nacht“ perfekt.

Geschafft und doch das Ziel verpasst
Das Ziel wurde trotzdem nicht erfüllt. Vor dem Spiel stellte Beckenbauer klar: „Ich will dass die Bayern 1:0 gewinnen. Durch ein Tor in der 89. Minute, dann kann Juventus nicht mehr ausgleichen“. Vorzügliche Rechnung Herr Kaiser, aber war da nicht was? Das letzte Champions-League-Finale des 20. Jahrhunderts und der Siegtorschütze Solskjaer lassen grüßen. 😉

Artikel stammt vom: 10. Dezember 2009 – 16:55 Uhr

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