Rapid wird weiter Bestandteil unseres Oberhauses bleiben, das wurde bei der donnerstägigen Generalversammlung unter mehreren vier Augen besprochen. Im Gegenzug darf SKY in die Röhre schauen, das vorgeschlagene Paket wurde abgewiesen.

Wenn Besprochenes nicht mehr zählt
TV-Rechte haben, ähnlich wie manipulierte Spiele, eigene Gesetze. Das Unmögliche wird zuweilen möglich gemacht, das Mögliche oft auf unsagbar einfache Weise verkompliziert. Der Bezahlsender SKY, ein Abo kostet dem willigen Seher 32 monatliche Euros, hatte vor sich noch seltener zu machen und dementsprechend mehr zu gelten.
Dem Staatsfernsehen ORF, zwischenzeitlich liebäugelte Oberhauser mit einer Heirat mit Rapid, hätte nur noch jede vierte Runde einmal in Echtzeit dabei sein dürfen. Oberhauser war der Vorschlag von Beginn nicht koscher, Edlinger machte auch nie ein Hehl aus seinen Ansichten. „Rapid [Wia-san-mia] ist Rekordmeister und Fanmagnet, in Österreich gibt es etwa eine Million Grün-Weiße. Das können wir denen nicht antun“.

Edlinger geht es weder um’s Siegen noch um den Kommerz
Freilich, Rapid ist kein Kommerz-Verein, Streben nach Geld und Fußball sind bekanntlich unvereinbar. Trotzdem fügte Edlinger, mittlerweile leicht kleinlaut geworden, „und unseren Sponsoren natürlich auch nicht“ bei. Der Chef im Hause Hütteldorf hat Grund zur Freude: Heute, es ist noch immer Donnerstag, gab die Bundesliga bekannt, gegen das angedachte Paket votiert zu haben. Seit den 32 Meistertiteln der wohl größte Erfolg in Wiens Hauptstadt (sic!).
Somit hat die Neuausschreibung begonnen und das freut Edlinger. Nicht etwa weil es ums Gewinnen gehe, wichtig wäre lediglich die „gute Lösung“.

Schade nur, dass Fußball in Österreich nicht beliebt zu sein scheint. Puls4 und dem ATV dürften die Mittel fehlen. Bliebe nur noch ein Mateschitz übrig, der hält sich bisher bedeckt. Zwar vermeldete eine österreichische Boulevardzeitung bereits das Schmieden von Plänen, doch das scheint mehr Humbug als Wahrheit zu sein.

Für Edlinger ist, und damit wären wir wieder beim grün-weißen Pendant des Salzburg-Eigentümers angelangt, die Selbstvermarktung ist somit nicht mehr erwünscht und ein Ausschluss der Hütteldorfer ist erstmal auch vom Tisch. Schließlich gilt in Österreich noch immer Religionsfreiheit.

Artikel stammt vom: 14. Jänner 2010 – 17:16 Uhr

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