Dietmar Beiersdorfer hat sich entschieden mit Wallner Schluss zu machen. Schluss mit dem ewigen Rotieren, Kontinuität will man künftig in Großbuchstaben schreiben. Der versprochene Blog-Eintrag, der die schmächtige Transferpolitik der Salzburger analysiert und aufzeigt, welche Spielsysteme möglich sind

Bisher einziger Einkauf, und das wird er bleiben, soviel verriet Beiersdorfer, des Liga-Krösus war und ist Roman Wallner. Über die Vertragsdetails wollte man schweigen, ÖSTERREICH wollte jedoch etwas erfahren haben, die Verantwortlichen wollten aber wirklich schweigen, daher sind die kolportierten 1,2 Millionen Ablösesumme Humbug.

Wallner erst gar nicht richtig in Salzburg angekommen, durfte Dietmar Beiersdorfer bekannt geben, dass man nicht plane, mit einem anderen Kader zu planen. Heißt im Umkehrschluss, er schenke dem jetztigen das Vertrauen, man wolle ihn nicht weiter verändern. Der ehemalige HSV-Sportdirektor, mittlerweile globaler Kopf von Red Bulls Rasenballsport, dürfte gut beraten dies zu tun, beziehungsweise das Verändern eben nicht zu tun.

Zuvor wurden Jezek und Aufhauser zu den Juniors geschickt, unbefristeter Urlaub, dann wurde das Austauschjahr von Pamic nach 6 Tagen Rückkehr verlängert, unbefristet. Sasa Ilic geht künftig in Belgrad zocken.
Soll nicht heißen, der Salzburg-Kader wäre geschrumpft. Denn mit Christopher Kröpfl – für Sturm Graz zu schlecht, dem amtierenden Meister genehm – und Daniel Aschauer durften gleich zwei Zweitligisten unbefristet Luft schnuppern, vermutlich auch für länger.

Im Geteste vor der Saison war bisher einmal Steaua Bukarest und einmal der FC Luzern dran, geschlagen zu werden. Beides Male wollte es nicht gelingen, zweimal hörte das Ergebnis auf den Namen Eins zu Eins.
Mit dabei war, und das ist logisch – Stevens möchte andere als Bankerlwärmer fungieren lassen, Roman Wallner. Zugegeben mit Anpassungsschwierigkeiten, er kenne immerhin die Laufwege nicht gut, sei sich aber sicher, diese lernen zu können und mit dem Fußball, den er spielt und liebt, Salzburg helfen zu können.

Wallner bedeutet für Salzburg einen völlig neuen Spielertyp, einer wie es etwa ein Aschauer ist. Wallner ist Spitze, gerne auch mal hängend. In einem 4-1-4-1-System hätte er keinen Auftrag, Stevens betonte ihn aber häufig spielen lassen zu wollen. Entweder er oder das System müssen lügen. Da Stevens aber als Fan der Wahrheit gilt, ist mit letzterm zu rechnen. In Frage käme da eigentlich nur ein 4-2-3-1 oder ein 4-4-1-1.

-) Ein 4-2-3-1 wäre wohl von der gewohnten 4er-Abwehr vor Gustafsson, den zwei 8ern Leitgeb und Pokrivac, den Flügelflitzern Tchoyi und Svento, dem Freigeist Wallner und der Solo-Spitze Janko gebildet.
-) Das potenzielle 4-4-1-1 könnten der eine Goalie, die vier Abwehrspieler, das Mittelfeld um Tchoyi, Leitgeb, Pokrivac und Svento, die nach rechts hängende Spitze Wallner und der etwas nord-östlich stürmende Janko komplettieren. Wallner, als rechter vermutlich eher am rechten Rand, und Janko, ein Linker, hätten so jeweils mehr Freiheiten, Roman könnte dem Wirbeln und Laufen nachgehen, was ihm bekanntlich liegt.

Es darf gespannt erwartet werden, wofür sich Stevens entscheiden wird. Ich denke, und hoffe, auf eine meiner beiden Varianten, welche der beiden es wird, ist nebensächlich. Es bleibt, auf Stevens zu vertrauen, Salzburg ein Kompliment zu einem denke ich sehr guten Einkauf zu machen und sich als Bullen-Anhänger über die endlich eingekehrte Beständigkeit zu freuen.

Artikel stammt vom: 27. Jänner 2010 – 17:07 Uhr

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