Teamchef Didi Constantini möchte Fehler zugeben, aber nicht zu viele. Er akzeptiert, dass es im österreichischen Fußball nur Improvisation geben könne und ein Kader wie er ihn sich wünsche, rein herkunftsmäßig nicht zu stellen wäre

Fehler habe er gemacht. Nicht viele, aber ein paar. Einem Garics hätte er zugetraut erst zu leisten und dann zu reden, Erwin Hoffer sah er nie auf der Tribüne sitzen und von Scharner hätte er weniger Kindskopf und mehr taktische Disziplin erwartet. Ein Constantini, und das überrascht, hat also nicht immer recht.
Bei Ivanschitz freilich schon, der habe lange nicht gespielt, außerdem sehe er sich als quasi Chef einer Firma mit dem Schicksal konfrontiert, etwas verändern zu müssen. „Dafür wurde ich engagiert, die Lage war schlimm.“ Erfolg und Perspektive hätten seiner Meinung nach gefehlt.

Taktische Fehler hätte er ja gerne zugegeben, er wäre dazu aber schlicht und ergreifend nicht in der Lage gewesen, Geständnise wie diese „werden einem als Schwäche ausgelegt“. Constantini ist also nicht schwach, wäre es aber gerne geworden. Ob er sich dem Druck der Medien bezüglich einer Einbeorderung von Ivanschitz ergäbe, sei ihm noch nicht klar, er wisse jedoch, dass die Entscheidung am 24. Februar besser zu begründen wäre.

Die letzten Tage verbrachte Constantini mal in Side, mal in Belek. Aber stets in der Türkei, immer nahe der neun Bundesligisten, die dort zu weilen pflegten. Alle Spieler, bis auf jene der Austria, hatte er da unter seinen Fittichen, er sei überhaupt ein Trainer, der seine Hand schützend über Spieler breite. Nur mit großen, wie leeren, Klappen habe er nichts am Hut. Spieler die Lust hätten zu reden, hätten von ihm auch die Erlaubnis dazu, müssten aber vorher Leistung bringen. Leistung, die er bei Garics nicht erkennen konnte, ihn daher anschwärzte. „Der redet von offensiven Verteidigern, hat aber in 23 Länderspielen kein einziges Tor vorbereitet.“ Weiters hätte er eine SMS bekommen, welche Garics ihm über seinen Trainer herziehend zukommen hätte ließen – versehentlich.

Für die Auslosung am 7. Februar wünscht er sich keine besondere Mannschaft (Das kann man sowieso nicht beeinflussen!“), freilich eine machbare Gruppe. „Für alle anderen Mannschaften sind wir das Wunschlos aus Topf 3“, wollte er außerdem erwähnt haben. Das Wieso, gab er auch kund: Er wünsche sich, und das dürfe er, einen Kader, wie ihn etwa ein Vincent del Bosque zu Verfügung habe, er könnte dort permanent in Kreisen wie Barcelona wühlen, das gefiele ihm. Nun sei es aber so, dass die fußballerischen Mittel in Österreich verhältnismäßig limitiert seien, er ständig improvisieren müsse. Übrigens: Spaß bereite es ihm keinen, auf beispielsweise einen Korkmaz oder einen Prödl zu verzichten, der eine sei zu oft verletzt, der andere spiele zu wenig.

Zum Abschluss: „Marc Janko ist intelligent.“
Warum? Er stelle sich nicht zwischen ihn und Andreas Ivanschitz.

Artikel stammt vom: 2. Februar 2010 – 20:26 Uhr

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