Wenn Salzburg morgen Sturm trifft, ist der Aufstieg vorrangig, alles andere gewohnt primär. Gilt übrigens auch umgekehrt, auch Foda täte den Cup ganz gerne gewinnen. Ebenfalls vereint der Ärger über den Termin, den Fan hingegen freut es.

Morgen frühnachts beziehungsweise spätabends beginnt der heimische Fußball wieder aktiv zu existieren. Noch Tage bevor andere um die Stiegl-Trophäe kämpfen und ein bisserl bevor wieder Tipp3 gespielt wird, geben sich Sturm Graz und Red Bull Salzburg die Ehre. Beide Mannschaften verhielten sich am Basar durchaus vornehm zurückhaltend, Hauptaugenmerk legten beide Teams auf die Verstärkung der unmittelbaren Offensive. Sturm holte auf ausdrücklichen Wunsch von Foda einen großen Spieler, Roman Kienast, Salzburg brachte den 1,78 Meter kleinen Wallner vom Linzer Weg ab. Beide verdienen es zu spielen, müssen dazu aber erst integriert werden.

Kienast bzw. Wallner wollen gute Systeme bereichern
Franco Foda werde eine Wahl zwischen Haas, Kienast und Hassler zu treffen haben und diese nicht willkürlich, aber kurzfristig und je nach Gegner treffen. Da der Sturm-Trainer jedoch als ausgesprochener Fanatiker grosgewachsener Angreifer gilt, dürfte Kienast wohl ein Leiberl haben. Diesem erweise sich, und das müsse man bedenken, allerdings seine zwangsbeglückte Fußball-Pause seit November nachteilig. Dafür könne er nichts, sein spielerisches Potenzial (selbiges habe übrigens auch Rückkehrer Salmutter) sei unbestritten, das hätte er auch, aber nicht nur, bei der EURO daheim bewiesen.
In Salzburg sind die Sturm-Reihen kaum so dick besetzt, wie in Graz, was aber auch nicht zwingend nötig ist, da hier Stevens werkt und pflegt, einem einzigen Stürmer pro Spiel das Vertrauen zu schenken. Neben Zickler hat er da noch Janko, seit Winter auch Wallner. Dieser muss aber erstmal seinen Platz im Erfolgssystem finden oder sollte es ihm gelingen, gar ein Neues definieren. Großen Umschwung sollte man sich aber nicht erwarten, Stevens liebt Kontiuität, das bekräftigte er erst gestern: Zwecks Vertrauensbeweis aber freilich auch weil er sich hier wohl fühle, verlängerte er gestern seinen Vertrag um ein weiteres Jahr. Der Kontrakt mit Salzburg ist nunmehr bis 2012 gültig.
Und da Stevens erwiesenermaßen nicht auf Umbrüche steht, wird es ihm vermutlich schmerzen, das Erfolgssystem der Hinrunde abzuändern. Doch auch er hat eingesehen, dass das 4-5-1 in momentaner Form für Gegner wie beispielsweise Kapfenberger recht untauglich ist. Mit Wallner erwartet man sich neue spielerische Akzente, aber vor Allem Laufarbeit. Das ist es, was Wallner so wandlungsfähig macht. Man kann ihn sich gut hinter oder neben Marc Janko vorstellen, aber auch in einem 4-2-3-1 fände er vermutlich gut Platz. Nur als alleiniger Stürmer ist er in meinen Augen undenkbar. Mit seiner geringen Körpergröße wäre es ihm sehr schwer möglich, hohe Bälle zu erreichen und dementsprechend prallen zu lassen. Janko hat sich von seiner Sprunggelenksverletzung zwar bereits weitesgehend erholt, wird aber wohl kein Risiko eingehen. Seine Vertretung könnte Alexander Zickler sein.

Gemeinsamer Unmut und unmögliche Prognose
Die Cheftrainer beider Teams zeigten sich nicht unbedingt angetan von der Vorverlegung der Partie, wollten dies aber einstimmig so hinnehmen. Stevens ärgerte vor Allem die Unart des Verbandes, die Öffentlichkeit noch vor ihm zu informieren, „kein Wunder dass der Cup in Österreich nur eine untergeordnete Rolle spiel“. Ein Gutes hat die Verlegung aber: Der Fußball-Entzug für manch fanatischen Österreicher wurde um satte 3 Tage verkürzt.
Eine Prognose für die morgige Partie möchte ich nicht abgeben, da die Form der beiden Mannschaften kaum einsehbar ist. Diese Ansicht teilt übrigens auch Huub Stevens: „Die Partie kommt für uns nicht zu früh, wir wissen allerdings noch nicht wo wir stehen.“
Hoffentlich dann Morgen.

Artikel stammt vom: 9. Februar 2010 – 20:13 Uhr

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