Red Bull schlägt den persönlichen Angstgegner und ist somit wieder marktführend. Schuld sind die beiden (!) Stürmer Wallner und Janko. Ersterer wird nun doch wieder beneidet, zumindest innerhalb Österreichs. Das Sturmduo scheint jedenfalls zu hamonieren: Wallner neidet Janko nix und Janko gönnt Wallner den Ballermann

Frühe Führung, guter und lieber Rasen
65 Sekunden standen die Beiden auf dem Platz, ehe sie – geteilt mit 20 anderen Spielern – ein Tor bejubeln durften. Wallner spitzelte das Runde über und hinter die Rieder Abwehr, wo sich ein einschusswiliger Janko befand. Gekonnt schob dieser dem Gebauer ein. Ein frühes Tor gegen einen Mauer- und Angstgegner erleichtert das Arbeiten – bestätigen wird einem dies auch Constantini, sofern er sich noch an sein Färöer-Debüt erinnern kann. An dieser Stelle sei auch erwähnt – nur deshalb der Abschweif in internationale Regionen -, dass der Rieder Platz kaum Sorgen bereitete und entgegen einiger Erwartungen nur unwesentlich jenem winterlichen Rasen von Torshavn glich, auf dem sich Österreich seit jeher so schwer tut. Bestenfalls auffällig war ein eisener Streifen, gut 10 Meter dick – das sah lieb aus.

Pokrivac passt für Wallner
Wallner kann auf gutem Rasen gut spielen – die Gugl ist rasen beheizt -, Janko kennt Schnee gar nicht, der verträgt sich nicht wirklich mit Kunstrasen. Beste Voraussetzung also für eine interessante Darbietung der neuen Salzburger Sturmreihe. Erstmals seit seiner Tätigkeit in Österreich ließ Stevens nämlich gegen die Rieder mit zwei echten Stürmern, die auch als echte auftraten, spielen. Janko und Wallner wurden erlesen. Janko freilich vor Wallner, Wallner freilich hinter Janko.
Fränkie Schiemer spielte etwas offensiver als gewöhnlich, hatte ausnahmsweise die Erlaubnis sich in Angriffsbemühungen einzuschalten. Der spielerisch bessere Leitgeb bekam in einem 4-4-2-System mit (leicht abgeänderter) ‚Flacher Raute‘ halblinks den Vorzug gegenüber Nikola Pokrivac.
Stevens‘ System war kaum wieder zu erkennen, glich mittlerweile gegnerorientiertem Auftreten. Dies brachte frühe Früchte und am Ende drei Punkte, die Tabellenführung hat man dadurch auch gewonnen.

Kollektive Bereicherung durch Wallner
Spielentscheidend war ein offensiv gefälliges und defensiv solides Auftreten, auch wenn man gestehen muss, dass in der zweiten Halbzeit viel zu naiv agiert wurde. Beispielsweise ließ man sich in Minute 93 fast auskontern, das Freistoß-Tor Rieds führte Wallner auf „Unkonzentriertheit“ zurück. Bevor er das sagen konnte, brachte die Neuerwerbung in seinem zweiten Spiel bei Salzburg viel Schwung. Oft schickte ein langer Wallner-Pass den langen Janko, einmal traf, einmal verschoss der Torminator. Den Sieg der Salzburger auf Janko/Wallner zu reduzieren wäre vermessen, die kollektive Leistung passte und das war ausschlaggebend. Dass die Beiden aber zueinander passen, gaben Sie allesamt zu und das hätten Sie auch nicht verbergen können. Stevens beinahe schon zu viel der Innigkeit: „Schön, wenn Roman und Marc gerne miteinander spielen. Aber es gibt auch noch andere Spieler auf dem Feld“.

Wallner hat Spaß mit Janko, Janko wünscht Wallner den Ballermann
Wallner merkte übrigens an, ihm hätte das Kicken mit dem Torminator „sehr viel Spaß“ bereitet, er beneide Janko um Einiges, könne ihn aber auch gut ergänzen, so denkt er zumindest. Janko freut sich über die Blumen, bedankt sich und grüßt zurück: „Sollte (Konjunktiv, Anm.) der Roman am Ende Torschützenkönig sein, wäre ich der erste Gratulant!“

Artikel stammt vom: 15. Februar 2010 – 17:16 Uhr

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