Mit dem 3:0 Sieg der Salzburger gegen den LASK ging heute die bereits 21. Bundesliga-Runde der laufenden Saison zu Ende. Mattersburg und der LASK wurden paniert, die jeweiligen Gewinner Sturm und Salzburg untermauerten damit ihre Hochform beziehungsweise die Tabellenführung. Nach dem Auswärtsremis der Hütteldorfer und dem 4:1 der Veilchen stehen die beiden Wiener Vereine nun auf einer Ebene, Salzburg drei Punkte davor. Ried trennte sich mit einem 1:1 von Kapfenberg. Ein kurzer Überblick über sämtliche Partien:

MAGNA gg Rapid – 2:2
Nach der bescheidenen Darbietung in Linz lechzten die Grün-Weißen nach Punkten, am Besten deren drei. Einen Fehlstart hieß es zu vermeiden, einem Rekordmeister sind zwei ungewonnene Spiele in Folge mehr als unwürdig. Man begann erdrückend ideenlos, was nicht unbedingt Abwechslung zum LASK-Match bedeutete. Doch das 1:0 sollte fallen: Rene Gartler, der Jelavic hervorragend vertrat, war in Minute 15 nach toller Kombination und Katzer-Flanke einschusswilig und überwand Fornezzi gekonnt. Die Neustädter spielten durchaus Fußball, auf so was besteht Schöttel.
Die spielerischen Mittel reichten über 90 Minuten hinweg aber nur selten aus, um den Rekordmeister verlegen zu machen, umso mehr schämen sollte sich die Rapid-Hintermannschaft aber ob des 1:1-Ausgleichs. Mario Reiter wird am langen Eck vergessen und hat leichtes Spiel. Gefühlten 15 Pausenminuten folgte jedoch der rasche Führungstreffer für die Rapidler. Gartler, erneut sträflich vernachlässigt, bringt das Leder zum rutschenden Trimmel, welcher das leere Tor zappeln lässt. Zuvor hatte MAGNA, besonders Alex Grünwald, Pech, dass nur die Querlatte angeschossen wurde.
Halb so erfreulich für Rapid/bitter für MAGNA, weil Aigner in der 73. Minute sehenswert ausgleicht. Die Innenverteidigung sah dabei abermals nicht gut aus.
Bis der Schiedsrichter die Pfeife ein letztes Mal trällern ließ, hatte Rapid zwar durchaus noch Ambitionen einen dritten Treffer zu erzielen, die spielerischen Mittel fehlten aber an diesem Tag.
Fazit: In der Schaltzentrale ideenlos, in der Innenverteidigung mit Patocka und Soma – ein Bild, das man schon vom LASK-Spiel kannte, führte abermals zu wenig Erfolg. Will man die Mission 33 nicht aufgeben müssen, muss am nächsten Wochenende gegen Salzburg gepunktet werden.

KSV gg SV Ried – 1:1
Gludovatzes Rieder, gestern übrigens ohne den zu alten Drechsel, trafen Gregoritsch‘ Kapfenberg und beide Mannschaften trafen je einmal das gegnerische Tor. In einer Partie auf welligem Untergrund hatten die Rieder mehr Spielanteile, zunächst aber auch die Abschlussschwäche. Nuhiu scheitert alleingelassen vor Wolf, Hadzic an einem Rempler im 16er – hier hätte man ruhig blasen können.
Zur Neige der ersten Spielhälfte packt Flo Mader seinen Guten (Schuss, Anm.)  aus und stellt auf 0:1.
Der zweite Durchgang bringt offensivere Kapfenberger und dementsprechend mehr Torgelegenheiten der Hausherren hervor. Mittlerweile entwickelt sich ein recht munteres Spiel, dem Pavlov noch mehr Brisanz verleiht als er nach Gewurrle im Strafraum ausgleicht. Die Rieder konnten am Ende ganz gut mit der Punkteteilung leben, da auch die letzten Minuten von Dominanz der Falken geprägt waren.
Fazit: Kapfenberg versuchte abwechslungshalber mitzuspielen, was ihnen die Rieder auch nicht übel nahmen. In einer Partie auf schwerem Geläuf setzt sich verdientermaßen keiner durch.

Austria gg Kärnten – 4:1
Austria gegen Kärnten hieß es gestern. Der potenzielle Titelaspirant aus Wien-Favoriten wollte den Rapidlern nahe rücken und brauchte dafür einen Dreier. Nach etwas weniger als 4 Minuten scheint die Pflicht bereits erfüllt zu sein, zu diesem Zeitpunkt war nämlich der Schumacher erfolgreich. In der Folge spielen die Wiener mehr und besseren Fußball und bekommen auch die eine und auch die andere Torchance, ohne aber mit diesen Erfolg zu haben.
Mit der quasi ersten Möglichkeit gleicht, komplett entgegen des Spielverlaufs, Troyansky gegenüber aus. Bezeichnenderweise aus einem ruhenden Ball heraus.
Die Veilchen wirken leicht angeschlagen, bekommen aber ungewollt Beihilfe. Blanchard verletzt sich, Pucker ersetzt ihn. 11 Minuten ist letzterer auf dem Feld ehe er duschen gehen darf, zwei Gelbe sind eine zu viel. Die numerische Überlegenheit münzt die Austria in der Folge in drei Tore um. Das wichtigste, das erste der drei, erzielte Schumachers Hand, der Schiedsrichter gewährte dem Tor aber seine Richtigkeit. Fragwürdig, obwohl bezweifelt werden kann, dass Schumachers Arm wirklich zum Ball gehen wollte.
Fazit: Verdienter, wie wichtiger Sieg der Wiener die nun wieder im Meisterrennen integriert sind. Richtige Worte aus Herrn Kirchlers Munde: „Auch ohne das Glück beim 2:1 hätte die Austria wohl gewonnen.“

Sturm gg Verteidigung – 4:0
Paradox, was Klemen Lavric derzeit tut. Im Herbst wollte er uns noch recht glaubwürdig weiß machen dass er nicht wirklich Fußball spielen kann, im Moment kratzt er erheblich an seinem Ruf. Beim 4:0-Sieg seiner Mannschaft steuert er gleich drei Viertel aller Treffer bei, ein lupenunreiner Hattrick. Doch die Sache trug sich aus Sicht der Burgenländer nicht ganz so düster zu, wie sie auf der Anzeigetafel der UPC-Arena stand. Jungspund Doleschal beispielsweise hätte gar für die Führung sorgen können. Es musste erst ein Elfer, wobei erwähnt sei dass es ein echter war, gepfiffen werden, ehe Sturm auf die Siegesstraße fuhr. Ein verwandelter Strafstoß und zwei weitere Lavric-Treffer reichen zu einer Vorentscheidung. Die „zwei weiteren Lavric-Treffer“ waren übrigens besonders schöner Sorte und von ansehlichem Kurzpassspiel der Grazer geprägt. Den Schlusspunkt setzte Roman Kienast, der ein gutes Von-Anfang-an-dabei-sei-Debüt feierte.
Fazit: Kennen Sie schon Burgenländer Witz #10.257? Vor nicht allzu langer Zeit nachzulesen auf der Vereinshomepage der Grazer:  „Mattersburg kommt nach Graz, spielt gepflegten Fußball und fährt mit drei Punkten nach Hause!“
Schmäh haben sie die Grazer, das muss man ihnen lassen. Über die Sinnhaftigkeit der Aussage darf man aber streiten.

FC Salzburg gg LASK – 3:0
Der Stachel schien gesessen zu haben. Alex Witsels 3:2 dürfte den Bullen nicht wirklich gut bekommen sein. Freilich war die Fadesse kaum seelischer sondern schlicht und ergreifend physischer Natur, die bittere Niederlage in Lüttich dürfte aber auch ihriges zu einem lauwarmen Spiel beigetragen haben. Vermutlich auch mit Vorausblick auf Donnerstag spielte der Tabellenführer Minimalistenfußball, der aber immerhin zu drei Toren reichte.
Einmal Ex-Linzer Wallner und zweimal Dusan Svento ebneten den Weg zu einem nie gefährdeten Heimsieg der Bullen.
Den ersten zwei Treffern gingen katastrophale Schnitzer von Prettenthaler voran, das dritte Tor war im Stile eines Europa-League-Wunders herrausgespielt. Überragende Figur des Abends war der Schattenmann von Lüttich, Dusan Svento. Der Slowake traf im Doppelpack. Einmal mit einem Hammer zwischen Machos Ohren und einmal locker an dessen Fuß vorbei. Bei den Linzern hatte man trotz Salzburger Führung oft das Gefühl, dass man sich mit dem Ergebnis zufrieden gibt beziehungsweise sich sogar in Front wähnt. In einem halbvollem Stadion zeigten sich die Salzburger gnädig und schonten wertvolle Kräfte. Stevens hat ihnen das so nicht aufgetragen, war einigermaßen erbost: „Von manchen nicht profihaft“, meinte er.
Fazit: Die individuelle Klasse manches Bullen ist am 3:0 Schuld. Die kollektive Leistung kann man nicht als positiv bewerten, gegen einen unterirdischen LASK war die Darbietung aber mehr als ausreichend.

Artikel stammt vom: 21. Februar 2010 – 19:08 Uhr

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