Sowohl der SK Rapid Wien als auch Red Bull Salzburg spielten am 26. Spieltag meinem letzten Blog-Eintrag zum Trotz ausnahmsweise gut und gewinnen jeweils 3:0. Auf beiden Seiten dürfte die Krise somit überwunden sein. Der dseitlhuber – sportblog analysiert zwei Leistungssteigerungen der besonderen Art. Ergebnis: Spielmacher sind ‚in‘

Mattersburg muss man auch erst mal schlagen – und Sturm Graz sowieso. Noch schwieriger werden solche Unterfangen, wenn man sich zum Zeitpunkt des Spiels auch noch in einer Unform befindet. Bei Salzburg funktionierte das Punkten eh ganz gut, bei den Hütteldorfern klappte lange Zeit so gut wie gar nichts. Vor dem 26. Spieltag holte ich daher zu einer „Ursachenforschung, bevor sie zu spät kommt“ aus. Dass bereits in der nächsten Runde bei beiden Teams der Vorhang fällt, durfte man nicht wirklich annehmen.

Auf der einen Seite haben wir da Rapid, das Mattersburg locker flockig aus der Kirche schoss. Pacult taugte das Spiel seines Rekordmeisters über weite Strecken, er sah ein „gutes Heimspiel“ seiner Mannschaft. Schwer zu glauben, da starke Darbietungen zuletzt Seltenheitswert erlangten, aber absolut wahr. Die Grün-Weißen spielten von Beginn an offensiv, kampfbetont und zielstrebig – typisch rapidlerisch. Untypisch stellte hingegen Pacult seine Mannschaft auf: Der unsäglichen Doppelsechs machte er den Gar aus, ließ stattdessen Boskovic beginnen. Mangels Kreativität im Mittelfeld hatte ich die Pehlivan/Heikkinen-Kombi diesen Schachzug schon tags zuvor vorgeschlagen. Pacult folgte aufs Wort und wurde belohnt. Seine Mannschaft fand Chance um Chance vor, hätte nach der ersten von vier Rapidviertelstunden gut und gerne 3:0 führen können. Schlussendlich konnte man dieses Ergebnis tatsächlich einfahren – mehr als verdient, obwohl dem dritten Tor ein Foulspiel an Bliem vorausging… Egal.

Auf der anderen Seite haben wir da Salzburg, das Sturm locker flockig aus der Disco (Verzeihung, manche hören’s halt gerne) schoss. Stevens sah eine „klare Steigerung“ seiner Mannschaft, aber ebenso noch Handlungsbedarf. Ohne wirklich weg gewesen zu sein, ging Salzburg mit einer Mini-Krise in den Schlager gegen den Tabellendritten Sturm Graz. Diesen dominierte man quasi nach Belieben und zeitweise im Schongang. 20 ausgezeichnete Minuten reichten, um der Foda-Elf früh den Gnadenstoß zu versetzen und das Spiel zu entscheiden. Beim Tabellenführer begann Cziommer neben Leitgeb und Wallner statt Janko. Cziommer drückte dem Salzburger Spielaufbau seinen Stempel auf und gefiel seinen Zusehern durch gutes Passspiel. Wallner erzielte zwar einen Treffer der Marke Marc Janko (ab 2:50 min), spielte ansonsten aber bestenfalls mittelmäßig, was vermutlich aber auch daran liegt, dass er alles andere als eine gelernte Solo-Spitze ist. Der zweite Durchgang plätscherte dahin, wurde nur durch ein Leitgeb-Tor, einen verschossenen Elfer (4. Strafstoß, den Gustafsson diese Saison bereits pariert hat) von Lavric und eine Lächerlichkeit von Schiedsrichter Grobelnik  belebt. Stevens hatte vor der Partie damit geliebäugelt freiwillig auf der Tribüne Platz zu nehmen, entschied sich dann aber doch dagegen – in der 87. Minute war es dann soweit. Bei den Bullen lieferten übrigens vor Allem Svento und Tchoyi (3 Assists) eine deutliche Leistungssteigerung ab.

Fazit: Ein bisschen Selbstbewusstsein vermischt mit dem Mut zur Kreativität – so einfach kann Fußball erklärt sein. Gut, kann er eigentlich nicht, aber für’s Erste reicht das zur Erklärung für die 3:0-Siege von Rapid und Salzburg – analysiert wird demnächst.

Artikel stammt vom: 25. März 2010 – 16:27 Uhr

Advertisements