Rapid führte gegen Kärnten und verlor doch 2:3.  Ein Klassenunterschied war teilweise schwer auszumachen, der Rekordmeister spielte nicht wie einer. Rapid muss die aktuelle Spielweise überdenken, Kärnten hingegen darf dank eines beherzten Auftritts auf einen netten Ausklang der Saison hoffen

Joze Prelogar und seiner Elf könnte man es kaum verdenken, hätte er bereits die Lust am Kärnten-Trainer-Sein verloren. Auch seine Schützlinge hätten allen Grund zur Frustration, wird man doch in Kärnten bezüglich der Bezahlung vom Profi zum Semi-Profi degradiert. Nebenbei ist der Klub letzter der österreichischen Bundesliga – Tabellenneunter Kapfenberg beinahe uneinholbar.

Auf der Gegenseite spielte Rapid Wien, der aktuelle Tabellenzweite, der einzigartige Rekordmeister. Eigentlich hatten die Wiener keinen Grund, ohne Selbstvertrauen aufzutreten, immerhin spielte man zuletzt endlich wieder herzeigbar. Vielmehr knüpften die Grünen aber an die Form aus dem Frühjahrsbeginn an, spielten ideen- und – oh Wunder – kampflos.

Teilweise spielte Austria Kärnten sogar den besseren Fußball. Zugegeben: Das Spiel des Quasi-Fix-Absteigers stand und fiel mit Leonhard Kaufmann, was aber in Hütteldorf nicht wirklich anders ist – nur dass Kaufmann dort Hofmann heißt. Als gegen Ende des ersten Durchgangs Kaufmann netzte, hatte Rapid zuvor zwar mehr Ballkontakte aber eigentlich genauso wenig Torgelegenheiten gehabt. Dass die Grün-Weißen nicht im Rückstand gelegen in den Kabinentrakt schleichen mussten, verdankt man der personifizierten Torungefährlichkeit Heikkinen, der aus einem Meter abstaubte.
Die paar Kärntner und 400 mitgereisten Rapid-Fans sahen in der ersten Halbzeit eine grausliche Partie, bei der die Kärntner ihr möglichstes und Rapid seinen Ist-Zustand von sich gaben.

Die zweite Halbzeit wurde besser. In Minute 54 sorgte Heikkinen mit einem guten Sololauf (dem die Kärntner wohlwollend zusahen) für krasse Unruhe im gegnerischen 16er, die der Rekordmeister nach feiner Kurzpasskombination in Form von Kärnten-Schreck Christopher Trimmel zur Führung abschloss. Vermutlich hätte Austria Kärnten den Faden verloren, hätte Jelavic nicht Sekunden danach ins eigene Tor getroffen und den Ausgleich beschert. So brach Kärnten nicht auseinander, spielte weiterhin recht passabel.

Die 76. Minute war die beste von 90: Der überragende Kaufmann lässt Kulovits (gestern LV!?) wie einen fehlplatzierten Rechtsverteidiger erscheinen und bedient Hierländer, der aus wenigem Metern per Fersler vollendete. Die schwächsten Minuten hatte Rapid ausgerechnet in der Rapidviertelstunde. Als man gezwungen war, endlich ordentlich zu spielen und Torchancen herauszuarbeiten, versagte die Pacult-Elf gründlich – hier muss der Rapid-Coach seine Energie einsetzen, anstatt Niederlage um Niederlage mit respektlosen Interviews zu quittieren. Wie der Gemütszustand des Rapid-Trainers ist? „Super“.

Artikel stammt vom: 1. April 2010 – 9:59 Uhr

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