[ANALYSE] Ancelotti beharrt auf Mittelfeld-Raute und verliert

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Chelsea FC : Liverpool FC
0-1 (Meireles, 69.)

In einem mäßig unterhaltsamen Spitzenspiel schlug gestern Liverpool Chelsea an deren Stamford Bridge. Aus rein taktischer Sicht war es eine durchaus interessante Partie, spielten doch beide Teams mit innovativen Spielsystemen. Während Kenny Dalglish und seine Mannschaft nun Kurs auf die internationalen Startplätze nehmen, verabschiedet sich Chelsea erstmal wieder aus dem Titelrennen.

ungewöhnliche Startformationen auf beiden Seiten

die Startformationen (4-3-1-2 vs 3-5-1-1)

die Startformationen (4-3-1-2 vs 3-5-1-1)

Chelsea begann erwartungsgemäß mit Neuverplichtung Torres neben Drogba und Nicolas Anelka wie schon gegen Sunderland unmittelbar dahinter. An der Seite von John Terry verteidigte neuerlich Branislav Ivanovic, den Rechtsverteidiger gab der etwas leichtfüßigere Bosingwa.

Bei Liverpool blieb Dalglish bei seinem eigenwilligen 3-5-1-1, wobei die zentralen Mittelfeldspieler Lucas Leiva, Maxi Rodriguez, Gerrard und Meireles eine Art Raute bildeten. Somit hatten beide Teams jeweils vier Spieler im Zentrum des Spielfelds, die einander mehr oder weniger neutralisierten.

Chelseas 4-3-1-2 spielt in Liverpools Karten

Warum Ancelotti für das Spiel gegen die Dalglish’sche 3er-Kette nicht kurzfristig zum 4-3-3 der Hinrunde zurückkehrte, ich weiß es nicht. Mit ein wenig mehr taktischer Flexibilität hätte er den Liverpoolern wirklich Probleme bereiten können, so aber hatte deren Hintermannschaft wenig zu tun. Die beiden Chelsea-Stürmer Torres & Drogba hatten mit Agger und Carragher je einen Gegenspieler, die Reds mit Martin Skrtel zusätzlich noch einen weiteren Innenverteidiger zur Absicherung ­– für eine 3-Mann-Abwehr gibt es eigentlich keine bessere Situation. Ein Sturm aus Anelka-Drogba/Torres-Malouda/Kalou hätte den Gästen sicherlich weh tun können, allein schon weil Kelly und Johnson noch mehr nach hinten gebunden gewesen wären. Warum dem so ist, hat die englischsprachige Webseite ZonalMarking.net schon früher eindrucksvoll erklärt

Spielverlauf

Der Theorie nach hätten sich die zentralen Mittelfeldspieler beider Mannschaften also gegenseitig ausschalten müssen, nur war Raul Meireles oft nicht rasch genug bei John Obi Mikel, sodass Rodriguez, Gerrard oder Lucas ihre Position verlassen mussten und Anelka einige Male viel Platz zwischen den Linien fand. Allerdings konnte der Franzose mit diesem Raum einfach nichts anfangen, weil er schlichtweg kein guter Spielmacher ist. Anelka fehlen Spielintelligenz und Übersicht, die nötige Technik und vor allem das Auge für den Mitspieler als Alternative zu sinnlosen Dribblings/Weitschüssen um diese Rolle ausführen zu können. Vielleicht eignet sich ja Malouda für diese Position – schwer vorstellbar, nachdem er im Vorjahr mit Domenech aneinandergeraten war weil der ihn im Zentrum eingesetzt hatte – oder Benayoun kann sie nach seiner Genesung (voraussichtlich frühestens im April, Anm.) erfüllen, ansonsten hat Ancelotti und somit auch Chelsea ein ernsthaftes Problem.

Nun wieder zurück zum gestrigen Spiel… wobei, soviel gibt es da wohl gar nicht mehr zu zu sagen. Beide Teams steckten recht wenig Aufwand in diese Partie, weshalb das Spiel – ganz abgesehen von taktischen Komponenten – eigentlich eine Beleidigung für jedes andere Spitzenspiel darstellte. Die deutlich bessere Mannschaft war über weite Strecken der FC Liverpool, der situationsbedingt vor allem auf den Flügeln einen Vorteil hatte – einige Male wagte der auf dem linken Flügel aufgestellte Rechtsfuß Glen Johnson auch die Flanke mit Effet zum Tor hin oder gar den Abschluss, wirklich gefährlich wurde es aber selten.

Angriffe der Hausherren fanden praktisch nicht statt, und wenn, dann fanden sie spätestens beim überragenden Jamie Carragher ein Ende. Torres’ Debüt hätte für ihn persönlich kaum schlechter verlaufen können, was jedoch nur bedingt seine Schuld war. Er bekam nämlich, genauso wie Sturmpartner Drogba, kaum Unterstützung durch seine Mitspieler und Bälle nur in ungefährlichen Positionen, bis auf eine Ausnahme weit weg vom gegnerischen Tor.

Deutlich besser wurde das Match immerhin als Ancelotti mit Kalou einen weiteren Stürmer brachte, nur um drei Minuten später seine Mannschaft in Rückstand gehen zu sehen. Spätestens jetzt musste Chelsea doch zum 4-3-3 zurückkehren dachte man, doch weder Kalou noch Anelka spielten in der Folge wie echte Flügelstürmer. Die letzten Minuten gehörten dann den Außenverteidigern der Blues (Cole links; auf Rechts mittlerweile Ivanovic, weil David Luiz inzwischen für den enttäuschenden Bosingwa gekommen war), die zu Beginn noch völlig kalt gestellt waren, je tiefer Liverpool stand jedoch immer besser ins Spiel fanden. Gegen nun wirklich fabelhaft verteidigende Reds führte allerdings auch in den letzten Spielminuten kein Weg vorbei, womit es letzten Endes beim 1:0 blieb.

Fazit

Ob ein 4-2-3-1 tatsächlich die beste denkbare Variante für den FC Chelsea darstellt wird sich erst in den nächsten Spielen weisen, gestern jedenfalls wäre das ursprüngliche 4-3-3 sicherlich ratsamer gewesen. Während sich Carlo Ancelotti in den nächsten Tag sicher seine Gedanken darüber macht, wird man in Liverpool wohl mit getaner Arbeit zufrieden sein, diesen hochverdienten Auswärtserfolg beim amtierenden Meister bejubeln und auch in den nächsten Partien an Dalglishs Erfolgssystem festhalten.

[ANALYSE] Arsenals „double impact“ im Londoner Derby

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Gestern standen einander der FC Arsenal, Chelsea London und somit zwei Londoner Teams gegenüber. Heißt, es handelte sich nicht nur um ein Spitzenspiel erster Güte, sondern sogleich um ein Treffen zweier Lokalrivalen. Nur ein Punkt trennte die Teams vor dem Spiel, Arsenal dafür schon fünf Punkte von Tabellenführer ManU. Die Partie hätte also bedeutender garnicht sein können, vor allem weil Wengers Mannschaft sich und seinem Publikum zu beweisen hatte, auch in Aufeinandertreffen mit unmittelbaren Gegner um die Meisterschaft bestehen zu können. Schlussendlich sollte den Gunners der Sieg gelingen, nämlich sogar ein relativ ungefährdeter…

die Startformationen
Der interessanteste Gesichtspunkt aus taktischer Sicht war zweifelsohne Arsenals Startformation: Entgegen aller Erwartungen blieb Arshavin vorerst auf der Bank sitzen, so auch Neuverpflichtung Squillaci. Stattdessen begannen mit dem Schweizer Djourou und Theo Walcott ein körperlich sehr robuster Innenverteidiger bzw. schneller, auch defensiv recht starker Winger. Wenger, dessen angeblich nicht vorhandenes taktisches Verständnis oft kritisiert wird, hat hiermit ins sprichwörtliche Schwarze getroffen – sowohl Djourou als auch Walcott taten Ihres zum Erfolg ihrer Mannschaft.

Carlo Ancelotti dagegen stellte sein Team erwartungsgemäß auf, bietet ihm der verhältnismäßig dünn gewordene Chelsea-Kader doch kaum Alternativen. Immerhin konnte er auf Frank Lampard (in den letzten Wochen und Monaten plagte ihn eine Leistenzerrung, Anm.) zurückgreifen. Dafür musste Nicolas Anelka verletzungsbedingt passen, ihn ersetzte Kalou.

die Startformationen (4-2-3-1 / 4-5-1)

die Startformationen (4-2-3-1 / 4-5-1)

 

Spielverlauf
Die ersten Minuten brachten den erwarteten offenen Schlagabtausch, zu Beginn mit leichten Vorteilen für Arsenal, aber auch etlichen Halbchancen für Chelsea. Interessant zu sehen war, dass Alexandre Song nicht wie in den Spielen zuvor einen Box-to-Box-6er gab, sondern sich wie in der Vorsaison hauptsächlich mit den Defensivaufgaben eines Abräumers beschäftigte. So wollte Arsenal jene Konter unterbinden, die ihnen in den vergangenen “Big Games” jeweils zum Verhängnis wurden.

Auch Walcotts Aufgabe war interessant: Als eigentlich gelernter Flügelstürmer fand er sich oft in der eigenen Hälfte wieder, um dort entweder Bälle zu erobern oder Ashley Cole einfach ein wenig auszubremsen. Außerdem wichen Kapitän Fabregas und Robin van Persie immer wieder wieder in tiefere Positionen (siehe hierzu die Graphik!), den Niederländer fand man sogar einige Male auf dem rechten Flügel. Obwohl der Papierform nach das zentrale Mittelfeld (bestehend aus Song, Wilshere, Fabregas bzw. Mikel, Essien, Lampard) ausgeglichen hätte sein sollen, konnte Arsenal in dieser Zone des Spielfelds einen klaren Vorteil für sich verbuchen.

van Persies Passes

van Persies Passes

 

Wenger hatte also seine Hausaufgaben gemacht und seine Truppe auf das Spitzenspiel vorbereitet. Nicht so anscheinend Ancelotti, dessen einziges taktisches Mittel offensichtlich ein massives Mittelfeld – deshalb die Umstellung von 4-3-3 zu 4-5-1 – und lange Bälle auf Solo-Spitze Didier Drogba hinter die hoch stehende Arsenal-Abwehr waren. Dass letzterer so überhaupt nicht ins Spiel fand, lag einerseits an der nicht vorhandenen Unterstützung seitens seiner Mitspieler, andererseits aber auch an Djourous athletischem Körper, der ihn auf Schritt und Tritt verfolgte.

Mit Fortdauer des Spiels bekamen die Hausherren selbiges immer besser in den Griff, unter anderem aufgrund des extrem wirkungsvollen Pressings das man von Beginn an betrieb: nicht mit nur einem und nicht mit zwei, drei Spielern setzte man Chelsea unter Druck, sondern die ganze Mannschaft beteiligte sich daran. So zwang man Chelsea zu Abspielfehlern, wie sie das passstärkste Team der Liga normalerweise nicht machen würde…

Gegen Ende der ersten Spielhälfte igelte sich Chelsea mehr und mehr ein und man hatte das Gefühl, der Führungstreffer der Gunners könne nurnoch eine Frage der Zeit sein. So war es dann auch – nach einem versuchten Doppelpass zwischen Wilshere und Song und einem regelrechten Gemetzel im Strafraum bewahrt der Kameruner die Übersicht und bringt das Leder im Tor unter.

Zweite Halbzeit
Zur Pause brachte Ancelotti Ramires für den enttäuschenden John Obi Mikel, wobei Essien dessen tiefe Rolle übernahm und Ramires neben Lampard spielte.
In die beiden Tore kurz nach dem Seitenwechsel zu viel hineinzuinterpretieren wäre sogut nicht, resultierten sie doch aus kapitalen Eigenfehlern der Blues. Immerhin belegen sie aber, was Arsenal an diesem Abend auszeichnete: Beim 2:0 kam Chelsea nicht mit van Persies Rolle als sogenannte “falsche 9” zurecht, Walcotts Treffer ging ein Ballgewinn durch Pressing voraus.

Außer dem Ehrentreffer durch Branislav Ivanovic – möglich gemacht durch katastrophales Abwehrverhalten des ansonsten starken Koscielny – gelang Chelsea in weiterer Folge recht wenig. Zwar ging nach und nach auch bei Arsenal der Spielfluss verloren, doch hatten die ihre Tore ja bereits erzielt. Dennoch, es hätten gut und gerne noch mehr werden können – unter anderem vergaben Nasri, aus Überschuss an Selbstvertrauen, und der eingewechselte Diaby, aus Mangel an einem funktionstüchtigen linken Fuß, Hochkaräter. Beim 3:1 blieb es letztlich, was dem Spielverlauf nach auch so in Ordnung ging.

Zusammenfassend
Auch wenn der Gegner über weite Strecken nicht wie einer gespielt hat, ist es den Gunners gestern seit langer Zeit wieder gelungen einen Großen zu besiegen. Mannschaftliche Tugenden wie ausgezeichnetes Pressing und Ansätze totalen Fußballs waren dafür ebenso verantwortlich wie herausragende Einzelleistungen wie sie beispielsweise Alex Song gezeigt hat. Erleichtert schien nach der Partie vor allem der zuletzt in die Kritik geratene Arsene Wenger, der die Folgen des Sieges folgendermaßen beschrieb:

It was a double impact. Mathematically, it keeps us in touch with the leaders of the league. And psychologically, it was important. We were questioned about our capability of winning big games. I’m happy with the desire in the team.

[ANALYSE] Das Zünglein hieß Carlos Alberto Tevez

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Am Wochenende trafen einander Manchester City und Chelsea, also zwei Anwärter auf den Premier League-Titel. Am Ende hatte der Gastgeber als spielerisch unterlegene Mannschaft die Nase vorn – der folgende Blog-Eintrag befasst sich mit den Umständen, die dazu führten.

Roberto Mancini, ob des Umgangs mit seinen Spielern mittlerweile in Verruf geraten, bot im großen und ganzen jene Spieler auf, die bereits in den Runden zuvor sein Vertrauen genossen hatten. Den einzigen weniger geläufigen Namen in Citys Startelf stellte Dedryck Boyata dar – der 19-Jährige war bereits gegen RedBull Salzburg 22 Minuten lang im Einsatz und durfte nun ausgerechnet im Duell mit dem Tabellenführer von Beginn an. Boyata übernahm die Position des Rechtsverteidigers, weshalb Rechtsfuß Zabaleta diesmal den linken Flügel bekleidete. Die Dreifach-Sechs im zentralen Mittelfeld blieb wie gehabt, im linken offensiven Mittelfeld bekam James Milner den Vorzug gegenüber Michael Johnson.

Mancinis Gegenüber, Carlo Ancelotti, sah sich ebenso wenig zu Änderungen veranlasst – Ramires ersetzte den angeschlagenen Frank Lampard, ansonsten glich die Startformation jener aus den vergangenen Spieltagen.

Die Startformationen

Die Startformationen

Wenn 4-3-3 4-3-3/4-5-1 trifft, führt dies für gewöhnlich zu torarmen Begegnungen – so auch in diesem Spiel, wie sich herausstellen sollte. Faktisch hatten beide Teams sehr ähnliche Probleme: Sie bekamen zu wenige Spieler vor den Ball (oder auch nur in die Nähe des Selbigen) und machten nicht von ihren Außenverteidigern Gebrauch, dazu später mehr.

Nahezu 90 Minuten lang neutralisierten die zentralen Mittelfeldspieler beider Mannschaften einander. Bei Ballbesitz des Gegners hatte jeder einen unmittelbaren Gegenspieler (Paare bildeten: Barry und Essien, Ramires und de Jong, sowie Obi Mikel und Yaya Toure), keiner der Sechs hatte den Freiraum, den es gebraucht hätte, damit er das Spiel an sich reißen hätte können. Hinzu kam der Umstand, dass Ramires (offensivster Mann im Chelsea-Mittelfeld) und Yaya Toure (agierte Sonntags teilweise wie ein ZOM, einst war er Barcelonas 6er) ihrer jeweiligen Rolle überhaupt nicht gewachsen waren und entsprechend schwach spielten. Chelsea umgeht dieses Problem normalerweise durch Frank Lampard, nur war und ist dieser verletzt. City hat hingegen Spiel um Spiel das gleiche Problem, der torgefährliche Mittelfeldspieler fehlt.

Während Malouda, Anelka und Silva bei Ballbesitz der eigenen wie auch der gegnerischen Mannschaften sehr zentral agierten, lief James Milner die linke Linie entlang – dies jedoch ohne Erfolg, ein echter Flügelspieler war er meiner Meinung nach noch nie. Malouda zog durch sein Nachinnenziehen Boyata mit sich, Ashley Cole hätte viel Platz vor sich gehabt, weigerte sich jedoch konsequent, diesen zu nützen. Cole hielt, ebenso wie Ivanovic auf der Gegenseite, das Spiel lediglich bereit, anstatt für ernsthafte Torgefahr zu sorgen. Wieso er dies tat? Vermutlich aus Angst vor schnellen Gegenstößen.

Chelsea kontrollierte die Begegnung und begnügte sich mit Ballbesitz sowie dutzenden Standardsituationen – eine solche hätte sogar beinahe  zum Führungstreffer geführt (Ivanovic traf nur Aluminium, Anm). Ansonsten blieben Chancen Mangelware, beide Defensivabteilungen leisteten gute Arbeit. An dieser Stelle seien die groben Unterschiede in punkto Abwehrarbeit hervorgehoben: ManCity stand relativ tief, verteidigte kompakt und mit elf Mann, Chelsea betrieb ab dem Mittelkreis Pressing, Drogba war von Defensivaufgaben freigesprochen und die Viererkette verteidigte deutlich höher – wie auch immer, beide Varianten führten zum Erfolg.

Zweite Halbzeit
Den siegbringenden Treffer erzielte City ausgerechnet nach einem Eckstoß des Gegners: Nach einem Ballgewinn/-verlust von James Milner/Ramires stehen Obi Mikel, Terry und Cole Silva und Tevez gegenüber, wobei letzterer das Leder führt. Silva zieht Mikel und Terry auf sich, Tevez gewinnt das Laufduell gegen Cole und vollendet mit einem präzisen Schuss ins lange Eck.

Chelsea gelingt in weiterer Folge sehr wenig, man fand sich offensichtlich mit der eigenen Unfähigkeit, Torchancen herauszuspielen, ab. Gegen Ende tauschte Carlo Ancelotti Zhirkov (spielte eine Art BackUp für Cole, der daraufhin endlich zu Sturmläufen ansetzte), McEachran (17-jährig) und Sturridge ein, für letzteren verließ Drogba das Feld. Kein Wunder, zumal er 80 Minuten lang farblos geblieben war und in der zweiten Hälfte nur einen einzigen (!) Pass zum Mitspieler brachte. Man könnte meinen, City habe Drogba an sich manngedeckt, doch war dies keineswegs der Fall. Die Citiziens nahmen schlicht die Passgeber des Ivorers aus dem Spiel und damit auch den Stürmer selbst. Doch anstatt sich die Bälle anderweitig zu verschaffen, beharrte Drogba auf seiner eher statischen Spielweise, ganz im Gegensatz zu seinem City-Pendant, Carlos Alberto Tevez  – die Auswechslung ging somit in Ordnung.

Dennoch sollte es Chelseas Ansprüchen nicht genügen, in Rückstand liegend auf Spieler wie McEachran oder Sturridge bauen zu müssen, Verletzungssorgen hin oder her. Freilich möge man der Jugend eine Chance geben, angewiesen sein sollte man auf sie jedoch nicht.

Zusammenfassend
ManCity ist am Ende glücklicher aber beileibe nicht unverdienter Sieger. In einem Spitzenspiel wie diesem zu unterliegen mag Chelsea schmerzen, allerdings besteht keinerlei Grund zur Sorge, da die Gründe leicht ausgemacht sind: Drogba erwischte einen pechschwarzen Tag, mit Lampard fehlte der letzte verbliebene Kreative und den Außenverteidigern die Durchschlagskraft. All dies sahen wir im Laufe der Saison bereits wesentlich besser, dieses eine Spiel ist also einzig und allein als solches zu bewerten.

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